3 Filme, die Sie gesehen haben sollten: Charlize Theron

Die Karriere von Charlize Theron begann für Hollywood-Verhältnisse zwar ziemlich klassisch, nahm aber eine für die Traumfabrik doch recht ungewöhnliche Wendung: Gerade 18-jährig kam die in Südafrika aufgewachsene blonde Schönheit nach Los Angeles, um sich mit Model-Jobs durchzuschlagen und ihr Glück als Schauspielerin zu versuchen. Ein Agent entdeckte die imposante hochgewachsene Erscheinung, nahm sie unter Vertrag und ihre Karriere kam ins Rollen. Sie spielte an der Seite von Robert de Niro, Johnny Depp, Keanu Reeves oder Mark Wahlberg. Doch lediglich die schöne Frau an der Seite des männlichen Protagonisten zu sein, reichte der heute 36-Jährigen nicht. Sie wollte als ernsthafte Schauspielerin und nicht nur als schmückendes Beiwerk wahrgenommen werden. Mit dem Film "Monster" und dem dafür nötigen Mut zur Hässlichkeit gelang ihr 2003 der endgültige Sprung ins Charakterfach und in Hollywoods A-Liga.

Yahoo! Kino stellt 3 Filme mit der Oscar-gekrönten Schauspielerin vor, die ihre Vielseitigkeit eindrucksvoll unter Beweis stellen — ob als lebensfroher Hippie mit traurigem Geheimnis, Serienkillerin oder als Frau im Kampf um Gleichberechtigung.

Charlize Theron ist bald an der Seite von Michael Fassbender in "Prometheus" zu sehen. (Bild: Getty Images)

"Sweet November"
Um 2001 in der Schmonzette "Sweet November" mitspielen zu können, lehnte Charlize Theron die weibliche Hauptrolle im Blockbuster "Pearl Harbor" ab, die schließlich von Kate Beckinsale übernommen wurde. Eine Entscheidung, die sie angesichts des Erfolges des ausgeschlagenen Angebotes und der vergleichsweise eher verhaltenen Einspielergebnisse von "Sweet November" vielleicht ein wenig bereut haben könnte.

Die vor Lebensfreude nur so sprühende Sara Deever (Charlize Theron) hat eine Mission: Jeden Monat sucht sie sich einen Mann aus, den sie zu einem besseren Menschen machen will. Durch Zufall trifft sie auf den Workaholic Nelson Moss (Keanu Reeves), in dessen Leben nur seine Arbeit Platz findet. Als er seinen Job verliert und sich auch seine Freundin von ihm trennt, willigt er in Saras unkonventionelles Angebot ein, zieht bei ihr ein und wird ihr "Mr. November". Doch aus Saras "Projekt" entwickelt sich bald mehr und es könnte alles so schön sein, wäre Sara nicht unheilbar krank...

Der Film hält, was der Titel verspricht: "Sweet November" versucht sich in einem Balanceakt zwischen Romantik und Kitsch — und es dürfte wohl im Ermessen jedes Einzelnen selbst liegen, was die Oberhand gewinnt. Insbesondere gegen Ende des Films drückt Regisseur Pat O'Connor jedoch verstärkt auf die Tränendrüse. Wunderbar hingegen ist die Chemie zwischen Charlize Theron und Keanu Reeves, die schon 1997 in "Im Auftrag des Teufels" ein Paar spielten. Das vermag zumindest teilweise von den doch recht überzeichneten und klischeebehangenen Charakteren der dauergutgelaunten Neo-Hippie-Lady Sara und des dauergestressten Karrieristen Nelson abzulenken.

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"Sweet November" (Bild: ddp images)"Sweet November" (Bild: ddp images)

"Monster"
Mit "Monster" gelang Charlize Theron 2003 der endgültige Durchbruch als ernstzunehmende Schauspielerin. Der Film basiert auf der wahren Geschichte der Mörderin Aileen Wuornos, die 1992 verurteilt und 2002 in Florida hingerichtet wurde.

Aileen (Charlize Theron) will ihrem hoffnungslosen Leben eigentlich ein Ende setzen, als sie die junge Selby (Christina Ricci) kennenlernt und sie sich ineinander verlieben. Aileen muss dennoch weiter als Prostituierte arbeiten, um den Lebensunterhalt für beide zu verdienen. Als sie eines Tages von einem Freier vergewaltigt wird, erschießt sie ihn aus Notwehr und nimmt sein Geld. Alle Bemühungen, danach ein neues, besseres Leben zu beginnen, scheitern jedoch kläglich. Aileen beginnt erneut zu töten...

Dass Regisseurin Patty Jenkins ausgerechnet die anmutige Charlize Theron für die Rolle der Serienmörderin verpflichtete, wurde im Vorfeld von nicht wenigen belächelt. Allen Zweifeln dürfte das Lächeln jedoch angesichts Therons unglaublicher Leistung im Halse stecken geblieben sein. Allein die optische Verwandlung, die aus dem Ex-Model in stundenlanger Arbeit die psychisch und auch physisch kaputte Aileen werden ließ, ist verblüffend. Aber auch die emotionale Wucht, die Theron dem Zuschauer mit ihrem Spiel entgegen schleudert, ist von geradezu markerschütternder Intensität. Entsprechend überschwänglich wurde die Schauspielerin auch von Lobenshymnen überhäuft. Als Krönung gewann sie 2004 sowohl den Golden Globe Award als auch den Oscar in der Kategorie "Beste Hauptdarstellerin".

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"Monster" (Bild: ddp images)"Monster" (Bild: ddp images)

"Kaltes Land"
Das Drama "Kaltes Land" ist an den Fall einer Frau angelehnt, die ihren Arbeitgeber in den Achtziger Jahren wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz verklagte. Der Fall wurde zum ersten Prozess in den USA überhaupt, der sich mit diesem Thema beschäftigte.

Nach dem Scheitern ihrer Ehe kehrt Josey Aimes (Charlize Theron) mit ihren zwei Kindern in ihre Heimatstadt und ihr Elternhaus in Minnesota zurück. Um Geld zu verdienen, beginnt sie, in einem Bergbauunternehmen zu arbeiten. In der einst von Männern dominierten Domäne ist die Bezahlung zwar gut, die Arbeit jedoch hart und der Umgangston rau. Damit nicht genug, müssen die Frauen zudem Demütigungen und sogar sexuelle Belästigungen ihrer Kollegen über sich ergehen lassen. Josey beschließt, sich zu wehren und schaltet den Anwalt Bill White (Woody Harrelson) ein, um gegen die Firma zu klagen. Doch bis es wirklich zu einem Gerichtsprozess kommen kann, muss Josey gegen viele Widerstände ankommen...

"Kaltes Land" wurde von Regisseurin Niki Caro weniger als Gerichtsdrama inszeniert, sondern vielmehr als emotional packendes Porträt einer Frau, die mit aller Kraft für Unabhängigkeit und Gleichberechtigung kämpft. Charlize Theron zeigt nach ihrer Rolle in "Monster" erneut, dass sie sich auf schwierige Charaktere und unbequeme Themen versteht. Ihre schauspielerische Leistung ist es auch, die über einige dramaturgische Schwächen — wie beispielsweise das etwas zu übertrieben geratene Ende — hinweg trösten kann. Folgerichtig wurde sie für ihre Rolle 2006 auch erneut für den Oscar als "Beste Hauptdarstellerin" nominiert.

"Kaltes Land" (Bild: ddp images)"Kaltes Land" (Bild: ddp images)

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