"Bird Box" auf Netflix: Restaurants versuchen seltsamen Trend

Julia Weiß
Freie Journalistin

Der Netflix-Horrorfilm “Bird Box” mit Sandra Bullock ist ein Erfolg  von dem jetzt mancher Restaurant-Betreiber profitieren will. Das freiwillige Augen-Verbinden birgt aber Gefahren.

Steht in “Bird Box” vor anderen Herausforderungen als dem Dinner: Hauptdarstellerin Sandra Bullock. Filmstill (Bild: Netflix)

In der Netflix-Produktion “Bird Box” bindet sich Schauspielerin Sandra Bullock die Augen zu. Sie versucht so, das Schreckliche nicht zu sehen und dem Wahnsinn zu entgehen. In einigen US-Restaurants tragen die Gäste jetzt auch Augenbinde. Allerdings freiwillig. Und zahlen dafür sogar etwas mehr als sonst.

Prominentes Beispiel ist “The Milleridge’s Inn” in New York. Es bietet seit Kurzem ein drei-Gänge-Menü für etwa 50 US-Dollar pro Person an, das der Gast ausschließlich mit verbundenen Augen genießen darf.  Das soll dann etwa so aussehen:


Zusätzlich werden die Gäste gebeten, während der Mahlzeit nicht zu sprechen und sich ganz auf die Vogelgeräusche aus den Lautsprechern einzulassen. Ein Abendessen-Erlebnis, das stark an die in den 1980ern in Deutschland aufkommenden “Dunkelrestaurants” erinnert. Jedenfalls erklärt das “Milleridge’s Inn” sein Konzept zum Erfolg. Ein ähnliches Angebot hat auch ein Lokal in Atlanta.

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Seit Dezember wurde der Horrorfilm “Bird Box” von mehr als 45 Millionen Zuschauern gestreamt. Sofort war die #birdboxchallenge in den sozialen Medien geboren: Menschen versuchen seither, Tätigkeiten mit verbundenen Augen zu meistern. Sich nicht mit Essen zu bekleckern, ist da noch eine Herausforderung, die keine gravierenden Konsequenzen haben dürfte.

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In freiwilliger Blindheit am eingeschalteten Herd mit spitzen Küchengeräten zu hantieren, scheint da schon gefahrenträchtiger. Der Marketing-Experte und YouTuber Marlon Doll deklarierte seinen Versuch zwar als “Spaß”, aber auch als “Fail”:


Den Spaß an der “Bird-Box-Herausforderung” kann man unter anderem bei Netflix absolut nicht sehen. Der Konzern warnte schon Anfang des Jahres auf Twitter: “BITTE VERLETZT AUCH BEI DIESER CHALLENGE NICHT” und fügte hinzu: “Endet nicht wegen einem Meme im Krankenhaus”.


Auch der amerikanische Blindenverband “National Federation of the Blind” verurteilt die Challenge: “Sie erzeugt falsche und schädigende Vorstellungen davon, wie es ist, mit Blindheit zu leben und wie blinde Menschen sind”, teilte er mit.


Unter #birdboxchallenge tauchen derweil weiter neue Einfälle auf, wie sich eine Augenbinde verwenden lässt. Ob dieser Corgi-Hund sein Augenbinden-Dinner so besonders fand, ist nicht bekannt.


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