Harvey Weinstein beklagt in E-Mail „schlimmsten Albtraum“ seines Lebens

Victoria Timm
Freie Autorin für Yahoo Kino
Wird der dutzendfachen sexuellen Belästigung beschuldigt: Harvey Weinstein. (Bild: Getty Images)

Der gefallene Hollywood-Produzent Harvey Weinstein hat in einer Rundmail an mehrere Freunde Einblick in sein Seelenleben gewährt. Das nun zu Ende gehende Jahr sei für ihn die Hölle gewesen.

In einer privaten E-Mail, die in Teilen von der “New York Times” veröffentlicht wurde, äußerte sich Harvey Weinstein über die vergangenen Monate. Darin heißt es unter anderem: “Ich hatte ein Höllenjahr. Der schlimmste Albtraum meines Lebens.” Weinstein hatte die Mail an Freunde und Vertraute geschickt, dennoch wurde sie nun publik.

Diskretion nicht eingehalten

Die über ihn geschriebenen Artikel würden nicht die ganze Wahrheit enthalten. “Ich möchte gern mit euch telefonieren, wenn ihr Zeit habt”, schrieb Weinstein. “Über diese Geschichten gibt es noch Weiteres zu berichten. Ich weiß eure Vertraulichkeit zu schätzen.” Trotz seiner Aufforderung zur Diskretion wurde das Schreiben nun der Presse zugespielt.

Anwalt Benjamin Brafman will seinen Mandanten als Opfer inszenieren. (Bild: Getty Images)

Laut Weinsteins Anwalt Benjamin Brafman soll es sich bei der E-Mail nicht um eine gezielt gestreute Info an die Medien handeln. Hintergrund: Schon seit einiger Zeit ist bekannt, dass die Anwälte von Weinstein eine Verteidigungsstrategie fahren, um den Ruf ihres Mandanten teilweise zu rehabilitieren.

So wurde beispielsweise eine anonyme Klägerin als unglaubwürdig bezeichnet, die angibt, von Weinstein vergewaltigt worden zu sein. Laut Brafman habe die Frau zehn Jahre lang eine sexuelle Beziehung zu dem Produzenten unterhalten, die auch nach der Anzeige durch die Frau angedauert habe. Bestätigt wurde diese Behauptung bisher allerdings nicht.

Die größten Hollywood-Skandale aller Zeiten

Weinstein ein “Meister-Manipulator”?

Die Schauspielerin Katherine Kendall, die zu den ersten Frauen zählte, die Weinstein öffentlich des sexuellen Missbrauchs bezichtigten, glaubt allerdings, dass es sich bei der geleakten E-Mail auch um eine bewusste Aktion handelt. Gegenüber der “New York Times” sagte sie: “Es geht doch alles nur um ihn. Wenn er eins wirklich drauf hat, dann Marketingstrategien.” Viele Leute, so Kendall, würden Weinstein als “Manipulationsmeister” bezeichnen und hätten Angst vor ihm.

Anwalt Brafman hält dagegen: “Die E-Mails von Harvey müssen aus der Perspektive eines sehr verzweifelten Menschen betrachtet werden. Er bittet um Hilfe. Dies war kein aggressiver Schachzug von Harvey Weinstein.”

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