Zypries: Deutsch-iranisches Handelsvolumen stark angestiegen

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Nach Abschluss des Atomabkommens mit Teheran ist das deutsch-iranische Handelsvolumen im Jahr 2016 nach Angaben von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries stark angestiegen. Das Handelsvolumen der beiden Länder habe im vergangenen Jahr rund drei Milliarden Euro betragen, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). Dabei sei der deutsche Export um 26 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro gestiegen. "Eine gute wirtschaftspolitische Entwicklung und damit eine Steigerung des Lebensstandards wird auch positive Signale in den Iran selbst aussenden", sagte die Ministerin. "Wir wollen dieses Abkommen daher auch weiterhin mit Leben füllen."

Zypries warnte die USA vor einer Aufkündigung des Atomabkommens. Der Vertrag sei wichtig, um Sicherheit und Stabilität in der Region zu gewährleisten, sagte die SPD-Politikerin. Das Abkommen wurde 2015 vom Iran, den fünf UN-Vetomächten USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland geschlossen. Danach verzichtet der Iran auf die Entwicklung von Nuklearwaffen. Im Gegenzug wurden Sanktionen aufgehoben.

US-Präsident Donald Trump hatte es vergangene Woche abgelehnt, Teheran zu bescheinigen, dass sich der Iran an die Atomvereinbarung halte. Der Republikaner begründete dies nicht mit Verstößen gegen den Vertrag selbst, sondern damit, dass der Iran nicht "Frieden und Stabilität in die Region" bringe, was mit dem Abkommen beabsichtigt sei. Nun muss der US-Kongress innerhalb von 60 Tagen entscheiden, ob die ausgesetzten Sanktionen gegen Teheran wieder in Kraft gesetzt werden sollen. Die EU stellte sich dagegen demonstrativ hinter das Atomabkommen. In einer am Montag von den Außenministern verabschiedeten Erklärung betonten Deutschland und die anderen 27 Mitgliedstaaten, an dem Abkommen festhalten zu wollen.