Zypern-Verhandlungen unter UN-Vermittlung gehen in neue Runde

1 / 2
UN-Vermittler Eide und türkisch-zyprischer Präsident, Akinci (r.)

Die Verhandlungen über eine Wiedervereinigung Zyperns unter UN-Vermittlung sind am Mittwoch in eine neue Runde gegangen. Im schweizerischen Crans-Montana kamen der griechisch-zyprische Präsident Nicos Anastasiades und der Präsident der Türkischen Republik Nordzypern, Mustafa Akinci, die Außenminister der sogenannten Garantiemächte Griechenland und Türkei sowie die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini zusammen. Geleitet wurden die Gespräche von UN-Vermittler Espen Barth Eide.

Hauptthema waren am Mittwoch mögliche Sicherheitsgarantien. Zu den zahlreichen ungelösten Fragen gehören auch die künftige Machtteilung, die Gebietsaufteilung und die Besitzrechte auf der Insel. Vor Wiederaufnahme der Verhandlungen hatte sich Eide optimistisch gezeigt und von einer "einzigartigen Chance" gesprochen. Der britische Außenminister Boris Johnson, dessen Land ebenfalls als Garantiemacht fungiert, war am Dienstagabend nach einem Essen mit den verschiedenen Verhandlungsteilnehmern wieder abgereist.

Auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres wolle zu den Gesprächen hinzustoßen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus verhandlungsnahen Kreisen.

Eide bemüht sich seit Monaten um einen erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen. Zypern ist seit einem griechisch-zyprischen Putsch und einer anschließenden türkischen Militärintervention 1974 geteilt. Völkerrechtlich ist die ganze Mittelmeerinsel seit dem 1. Mai 2004 Mitglied der Europäischen Union. Das EU-Regelwerk findet im türkisch kontrollierten Norden jedoch keine Anwendung. Derzeit sind rund 35.000 türkische Soldaten im Norden Zyperns stationiert.