Zypern lockert Lockdown - Geschäfte, Kirchen und Museen öffnen

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NIKOSIA (dpa-AFX) - Nikosia lockert stufenweise die strengen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie: Von Montag an dürfen auf der drittgrößten Mittelmeerinsel die Friseursalons wieder öffnen. Eine Woche später sollen dann auch alle Geschäfte des Einzelhandels für ihre Kunden auf sein - auch Einkaufszentren.

Ab dann können zudem Gläubige wieder an Messen teilnehmen. Zudem öffnen archäologische Stätten und Museen wieder. "Das epidemiologische Bild erlaubt uns, die Einschränkungen stufenweise zurückzunehmen", sagte Gesundheitsminister Konstantinos Ioannou am Dienstag im Staatsfernsehen (RIK).

Zypern ist derzeit laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) einer der wenigen EU-Staaten im grünen Bereich, weil weniger als vier Prozent der Corona-Tests positiv ausfallen.

Alle andere Maßnahmen bleiben dennoch streng: So darf man in Zypern nur aus triftigen Gründen aus dem Haus, etwa zur Arbeit, wegen eines Arztbesuchs, für Lebensmitteleinkäufe oder um sich körperlich zu betätigen. Jedes Mal müssen die Bürger eine entsprechende SMS an den Zivilschutz senden, was von der Polizei häufig auch kontrolliert wird. Und selbst das ist nur zwei Mal am Tag erlaubt. Zudem gilt ein Ausgangsverbot zwischen 21.00 Uhr und 05.00 Uhr.

Alle diese Maßnahmen gelten allerdings nur im Südteil der Insel. Zypern ist seit einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention im Jahr 1974 geteilt. Das gesamte Eiland ist seit 2004 EU-Mitglied. Das EU-Recht gilt aber - solange es keine Lösung des Konfliktes gibt und die Insel geteilt bleibt - nur im griechisch-zyprischen Süden, dessen Regierung international anerkannt ist. Die Türkische Republik Nordzypern (KKTC-TRNC) wird dagegen nur von der Türkei anerkannt.