Zwischen Waffen und Wahnsinn: Bei "Haus des Geldes" herrscht Krieg

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Gelingt Denver (Jaime Lorente), Manila (Belén Cuesta, Mitte), Tokio (Úrsula Corberó) und ihrer Truppe erneut die Flucht? (Bild: Tamara Arranz / Netflix)
Gelingt Denver (Jaime Lorente), Manila (Belén Cuesta, Mitte), Tokio (Úrsula Corberó) und ihrer Truppe erneut die Flucht? (Bild: Tamara Arranz / Netflix)

Größere Waffen, epochalere Kämpfe und verrücktere Gegenspieler: Die Macher von "Haus des Geldes" gehen in der fünften Staffel in die Vollen. Aber tun sie dem spanischen Netflix-Erfolg damit einen Gefallen?

Eigentlich war die Geschichte von "Haus des Geldes" schon nach Staffel zwei auserzählt. Doch wie so häufig bei erfolgreichen und besonders beliebten Serien roch Netflix offenbar die Moneten, die die Heistserie noch abwerfen würde. Und so konstruierte der Streamingdienst nach dem erfolgreichen Diebeszug in der Banknotendruckerei nach den ersten beiden Staffeln noch eine Geschichte - mit einem noch spektakuläreren Raub, versteht sich. Mittlerweile ist der spanische Streaming-Hit in Staffel fünf angekommen, die zweigeteilt läuft. Die ersten fünf Episoden des Serienfinales gibt es ab 3. September bei Netflix zu sehen.

In der Fortsetzung der Erfolgsproduktion sieht es für den Professor (Álvaro Morte) und seine Gefolgsleute mit den ausdruckslosen Dalí-Masken schlechter denn je aus. Allen voran die Enttarnung des brillanten Masterminds durch die geschasste Ex-Polizistin Alicia Sierra (Najwa Nimri) nimmt den Räubern den Wind aus den Segeln. Zwar liefert sie den Professor (noch) nicht aus, auf kluge Schachzüge aus der Einsatzzentrale können die Diebinnen und Diebe aber nicht länger hoffen.

Der Professor (Álvaro Morte) wird in Staffel fünf von "Haus des Geldes" enttarnt. (Bild: Netflix)
Der Professor (Álvaro Morte) wird in Staffel fünf von "Haus des Geldes" enttarnt. (Bild: Netflix)

Eine Katastrophe reiht sich an die nächste

Dabei hätten Tokio (Úrsula Corberó) und der Rest der verschworenen Truppe Hilfe bitter nötig. Nicht nur rückt vor der Bank von Spanien die Armee an, um den Überfall zu beenden, auch innerhalb der Bank tut sich Widerstand auf. Angeführt von Dauernörgler Arturo Román (Enrique Arce) begehrt eine Gruppe von Geiseln auf und verschanzt sich schließlich am denkbar ungünstigsten Ort für die Diebe: der Waffenkammer. "Wir fangen an, zu improvisieren - so gehen bei Raubüberfällen die Leute drauf", befürchtet Bogota (Hovik Keuchkerian) an einer Stelle völlig zu Recht.

Von durchdachtem Vorgehen kann in den ersten fünf Episoden der finalen Staffel wahrlich nicht die Rede sein. Stattdessen stolpern die Räuberinnen und Räuber von einer Katastrophe in die nächste. Ruhepausen gönnt Serienschöpfer Álex Pina seinen Figuren kaum. Viel hektisches Hin- und Hergelaufe, aufgebrachtes Gebrülle und unüberlegte Manöver sind die Folge. Hinzukommen einmal mehr Konflikte innerhalb der Gruppe, etwa über den richtigen Umgang mit dem gefangenen Sicherheitsmann César Gandia (José Manuel Poga).

Stockholm (Esther Acebo) zeigt eine ganz neue Seite an sich. (Bild: Tamara Arranz / Netflix)
Stockholm (Esther Acebo) zeigt eine ganz neue Seite an sich. (Bild: Tamara Arranz / Netflix)

Im Dezember wartet das große Finale

"Haus des Geldes" hat sich - jedenfalls nach den ersten beiden Episoden, die der Presse vorab zur Ansicht zur Verfügung standen - weg vom Charme und Witz der Anfangsstaffeln entwickelt. Die Waffen werden immer aberwitziger, die Kämpfe immer brutaler und Actionsequenzen mehren sich. Mehr Spannung und höhere Qualität ergibt sich daraus aber nicht zwangsläufig. Unter den überbordenden Ballerorgien leidet die Figurenzeichnung und somit auch die Empathie mit den einst liebgewonnenen Diebinnen und Dieben.

Sein Übriges zum seelenlosen Auftakt der fünften Staffel tut der hilflos wirkende Einsatzleiter Coronel Tamayo (Fernando Cayo), der als trotziger Wüterich ohne Ecken und Kanten inszeniert wird. Nicht nur einmal wünscht man sich das aufregende Katz-und-Maus-Spiel zwischen dem Professor und Inspektora Murillo (Itziar Ituño) aus den ersten beiden Staffeln zurück. Von derartigen Nuancen ist Tamayo weit entfernt. Moralisch korrumpiert, setzt er eher auf die Unterstützung eines dubiosen Militärgenerals, der seine zwielichtige Schlächtertruppe gleich mit im Gepäck hat.

Zu guter Letzt spielt sich kein Geringerer als Arturo Román in den Vordergrund. Schon während der letzten vier Staffeln hatte sich der Widerling wahlweise als Besserwisser, übergriffiger Grapscher oder neunmalkluger Aufstachler zur kontrovers diskutierten Figur aufgeschwungen. Nun bekommt er seinen womöglich letzten großen Auftritt und darf auf einem persönlich motiviertem Rachefeldzug gegen Denver (Jaime Lorente) mit dem Maschinengewehr durch die Gegend ballern und mit einem Flammenwerfer hantieren.

Wer am Ende des Überfalls auf die Bank von Spanien noch am Leben ist und ob den Räubern die Flucht gelingt, entscheidet sich übrigens erst Ende des Jahres. Erst am 3. Dezember nimmt Netflix die finalen fünf Folgen von "Haus des Geldes" ins Programm auf.

Es könnte keine größere Genugtuung für Alicia Sierra (Najwa Nimri) geben, als den Professor (Álvaro Morte) auszuliefern. (Bild: Netflix / Manolo Pavón)
Es könnte keine größere Genugtuung für Alicia Sierra (Najwa Nimri) geben, als den Professor (Álvaro Morte) auszuliefern. (Bild: Netflix / Manolo Pavón)
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