Zwingt Flick die Bayern zu ihrem Glück?

Florian Plettenberg, Stefan Kumberger

Der Siegeszug von Hansi Flick geht weiter!

Nach einem 2:0, 4:0 und 4:0 hat der FC Bayern am Dienstagabend mit einer 6:0-Gala bei Roter Stern Belgrad nachgelegt, steht nun als Gruppenerster im Achtelfinale der Champions League. (Tabellen der Champions League)


Nie zuvor startete ein Bayern-Trainer so erfolgreich wie er. Siegt sich Flick zur Dauerlösung?

Lewandowski vergleicht Flick mit Heynckes

Der Nachfolger von Niko Kovac, der erst interimistisch übernahm und eine Jobgarantie mindestens bis Weihnachten erhielt, liefert jedenfalls mächtig Argumente, um eine sein zu können.

Flick und die Bayern, das passt derzeit!


Super-Knipser Robert Lewandowski, der in Belgrad einen Viererpack in 14 Minuten schnürte, sieht in Flicks Arbeit sogar Parallelen zu der von Jupp Heynckes. "Ich denke schon", antwortete der Pole auf die SPORT1-Frage, ob Flick ein bisschen wie Heynckes sei.

Hauptverantwortlich für den Vergleich mit der Trainer-Legende sei vor allem "die Stimmung, der Kontakt zu Spielern und seine Empathie", so Lewandowski: "Wir Spieler wissen, dass der Trainer hinter uns steht und uns helfen will. Deswegen wollen wir alle zusammen nach vorne gehen und zusammen kämpfen."

Neuer und Rummenigge als prominenter Fürsprecher

Manuel Neuer indes streute etwas noch Entscheidenderes ein. Etwas, was in der Bewertung von Flick als mögliche Dauerlösung entscheidend sein könnte.

"Es ist ja nicht nur das Zwischenmenschliche, er hat ja auch was drauf", betonte der Kapitän und ergänzte: "Das ist auch eine Voraussetzung, um den Trainer-Job beim FC Bayern zu erfüllen. Er macht beides sehr gut."

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Bekanntermaßen suchen die Münchner einen Trainer, der einerseits den Spagat schafft, eine herausfordernde Kabine zu moderieren, andererseits für einen Fußball steht, der begeistert. Mit Spielern, die bedingungslos hinter dem Trainer stehen. All dies vereint Flick momentan.

Auffällig: Auf dem nächtlichen Bankett in Belgrad bekam der Noch-Übergangs-Trainer ein Extra-Lob von Karl-Heinz Rummenigge. Nicht nur für die eingeleitete Siegesserie, dem Vorstands-Boss, so sagte er es, imponiert derzeit vor allem die "Spielqualität". Denn diese sei "das Wichtigste".


Flick bringt Bayern die Balance zurück

Währenddessen stand Flick am Tisch des Bayern-Vorstands. Inmitten jener Runde, in welcher sich Kovac vor knapp einem Monat in Piräus die Rummenigge-Forderung anhören musste, spielerisch "die Kurve bekommen" zu müssen.

Durch Kleinigkeiten und Details, wie es die Spieler sagen, hat Flick diese Aufgabe bislang mit Bravour gemeistert. Ohne Taktikrevolution, dafür mit effizienten Maßnahmen, ist auch eine Balance zwischen Defensive und Offensive zurückgekehrt, die in den vergangenen Monaten oft fehlte.

Hinten stehen die Münchner stabil, es wird höher und kompakter verteidigt und vorne geht die Post ab. Flick stellt die Beobachtungen fest. Er ist aber kein Lautsprecher, kein Enthusiast. Er regiert und jubelt mit Zurückhaltung, versprüht Optimismus und gute Laune – und hat Erfolg.

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Flick als Heynckes-Erbe?

Der 54-Jährige ist erfahren genug, um zu wissen, dass sich das Blatt schnell wenden kann. Dass er, vielleicht auch mangels verfügbarer, passender und vollkommen überzeugender Optionen, Cheftrainer über den Sommer 2020 hinaus bleiben kann. Dazu passend: Im Hintergrund soll bereits die Suche nach einer langfristigen Co-Trainer-Lösung laufen. Derzeit bekommt er Unterstützung von Hermann Gerland.


Schlusswort Neuer über Flick: "Er nimmt alle mit, das ist wichtig. Das, was Jupp Heynckes gemacht hat, setzt er hier fort."

Bald auch als Dauerlösung?