Zwillings-Rekord: Darum werden mehr Zwillinge als je zuvor geboren

Ann-Catherin Karg
·Freie Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

In einer neuen Studie haben Wissenschaftler belegt, dass die Zahl der Zwillingsgeburten in den letzten Jahrzehnten um ein Drittel angestiegen ist. Das liegt vor allem an mehr künstlichen Befruchtungen und dem steigenden Alter der Mütter.

Laut einer Studie werden jedes Jahr 1,6 Millionen Zwillinge geboren. (Symbolbild: Getty Images)
Laut einer Studie werden jedes Jahr 1,6 Millionen Zwillinge geboren. (Symbolbild: Getty Images)

Waren in der ersten Hälfte der 1980er Jahre noch 9 Zwillinge unter 1000 Geburten, hat sich dieser Anteil bis zum Jahr 2015 auf 12 gesteigert. Laut einem internationalen Forscher-Trio um den Soziologen Christiaan Monden von der Universität Oxford ist das ein weltweiter Rekord an Zwillings-Geburten, den die Forscher nun im Fachmagazin "Human Reproduction" offenlegten.

Mit steigendem Alter wächst die Wahrscheinlichkeit für Zwillinge

Laut der zugrunde liegenden Studie kommen heutzutage jedes Jahr 1,6 Millionen Zwillinge zur Welt, was vor allem der steigenden Zahl an künstlichen Befruchtungen, bei der zwecks höherer Erfolgschancen meist zwei bis drei befruchtete Eizellen eingepflanzt werden, geschuldet ist. 

Zudem korreliert die Wahrscheinlichkeit für Mehrlingsgeburten mit dem Alter der Mütter, weil bei älteren Frauen pro Zyklus mehr Eizellen heranreifen als bei jüngeren. Und seitdem Frauen mit Zugang zu Verhütungsmitteln maßgeblich selbst bestimmen können, wann sie eine Familie gründen wollen, entscheiden sich viele für einen späteren Zeitpunkt als noch vor wenigen Jahrzehnten.

In Afrika werden besonders viele Zwillinge geboren

Im Zuge ihrer Studie haben die Wissenschaftler Daten aus 135 Ländern ausgewertet und sich dabei auf den Zeitraum 2010 bis 2015 konzentriert. Südamerika ausgenommen sei die Zahl der Zwillingsgeburten zwischen 2010 und 2015 deutlich gestiegen, wenn man sie mit derjenigen aus den Jahren 1980 bis 1985 vergleiche, schreiben sie. 

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Das Mehr an Zwillingen ist übrigens zweieiig. Die Zahl der eineiigen Zwillinge blieb mit rund 4 Prozent stabil. Besonders viele Zwillinge kommen auf dem afrikanischen Kontinent zur Welt.

Zwillingsschwangerschaften sind immer mit einem höheren Risiko verbunden

Die Wissenschaftler plädieren dafür, vor allem in ärmeren Ländern mehr Augenmerk auf das Schicksal von Zwillingen zu richten. Zwillingsgeburten seinen immer mit höheren Risiken für Mutter und Kind und in Gebieten mit geringerer medizinischer Versorgung leider auch mit einer höheren Sterblichkeit verbunden. Laut dem Co-Autor Jeroen Smith sterben in manchen afrikanischen Ländern viele Zwillinge bereits im ersten Jahr nach der Geburt. Jedes Jahr seien das bis zu 300.000.

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