Zwilling zurückgelassen: Peruanischer Ausbrecher nach einem Jahr gefasst

Nach 13 unrechtmäßigen Monaten auf freiem Fuß sitzt Alexander Delgado nun wieder hinter Gittern. (Bild: ddp Images)

Nachdem er in der Kleidung seines Zwillingsbruders aus dem Gefängnis geflohen war und diesen an seiner Stelle zurückgelassen hatte, sitzt ein Peruaner nun wieder in Haft.

2015 wurde Alexander Delgado zu 16 Jahren Haft für den sexuellen Missbrauch von Kindern und Diebstahl verurteilt. Länger als zwei Jahre hielt er es in seiner Zelle in einem Gefängnis nördlich der peruanischen Hauptstadt Lima jedoch nicht aus: Anfang 2017 floh er – auf spektakuläre Weise.

Wie die Tageszeitung „El País“ berichtet, betäubte der Häftling seinen Zwillingsbruder Giancarlo, als dieser ihn im Januar des vergangenen Jahres besuchte, tauschte seine Kleidung mit ihm, stahl seinen Ausweis und spazierte einfach aus der Anstalt. Mit einer Untersuchung der Fingerabdrücke konnte bestätigt werden, dass anschließend nicht mehr Alexander Delgado, sondern sein Zwilling in der Zelle saß.


Medienberichten zufolge wurde der 27-Jährige nun nach 13 Monaten auf der Flucht in der Hafenstadt Callao festgenommen, nachdem das peruanische Innenministerium eine Belohnung in Höhe von umgerechnet knapp 5.000 Euro für Hinweise auf seinen Aufenthaltsort ausgesetzt hatte. „El País“ zufolge soll er nun in ein Hochsicherheitsgefängnis im Süden des Landes gebracht werden.

Während sein Bruder flüchtig war, wurde wegen einer möglichen Kollaboration der beiden auch gegen Giancarlo Delgado ermittelt. Es kam jedoch nicht zu einer Anklage. Laut der „BBC“ sagte Alexander nach seiner erneuten Festnahme aus, dass er geflohen war, da er unbedingt seine Mutter sehen wollte.