Zweiter Atommülltransport von Obrigheim nach Neckarwestheim

Zweiter Castortransport auf dem Neckar

Mehr als zwei Monate nach dem ersten Atommülltransport auf dem Neckar sind am Mittwoch auf dem Fluss zum zweiten Mal Castorbehälter mit Schiffen vom stillgelegten Atomkraftwerk Obrigheim zum Zwischenlager Neckarwestheim gebracht worden. Der Schubverband mit abgebrannten Brennelementen erreichte nach dem Start am frühen Morgen am späten Nachmittag Neckarwestheim, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Atomkraftgegner protestierten gegen die Fahrt.

In Lauffen gab es am Nachmittag Mahnwachen und Demonstrationen, wie das Aktionsbündnis Neckar Castorfrei im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) forderte ein umfassendes Verbot der Transporte. Diese unterliefen den beschlossenen Atomausstieg und verdeutlichten, dass es kein sicheres Konzept für den Umgang mit Atommüll gebe.

Der erste Castortransport auf dem Neckar Ende Juni war von Protesten begleitet worden. Aktivisten, die sich damals von einer Brücke abseilten, hielten den Transport rund eine Stunde lang auf.

Die Gemeinde Neckarwestheim wehrt sich bereits seit Monaten vor Gericht gegen die Transporte. Ein Eilrechtsschutzantrag gegen die Transportgenehmigung beim Verwaltungsgericht Berlin scheiterte im Juni. In einem Beschwerdeverfahren beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg erwartet Neckarwestheim bald eine Entscheidung.

Bürgermeister Jochen Winkler sagte der Nachrichtenagentur AFP am Montag, die Gemeinde habe im Vorfeld des zweiten Transports versucht, diesen bis auf Weiteres zu verhindern und "den Wunsch geäußert, das Urteil abzuwarten". Eine Gerichtsentscheidung erwartet Winkler noch im September.