Jeder zweite Mitarbeiter im öffentlichen Dienst klagt über psychischen Stress

Jeder zweite Beschäftigte im öffentlichen Dienst klagt über wachsende psychische Belastung am Arbeitsplatz. Fast die Hälfte der Teilnehmer von Befragungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sprach von einer Zunahme von Stress und Leistungsdruck, wie aus der AFP am Mittwoch vorliegenden Regierungsantwort auf eine Linken-Anfrage hervorging. Zuerst hatten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland über die Antwort des Bundesinnenministeriums berichtet.

Ebenfalls fast jeder zweite Teilnehmer habe angegeben, häufig "sehr schnell" arbeiten zu müssen. Demnach sind besonders die Beschäftigten in medizinischen Gesundheitsberufen betroffen. Auch von den Beschäftigten im Finanzsektor sowie lehrenden Berufen gaben mehr als 80 Prozent an, die Anforderungen durch ihr Arbeitspensum seien gestiegen. Fast 14 Prozent aller Befragten seien außerdem durch ihr Arbeitspensum "eher überfordert".

"Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst verdienen für ihre Arbeit deutlich mehr Wertschätzung, als sie derzeit bekommen", kritisierte die Linken-Arbeitsexpertin Susanne Ferschl, die die Anfrage gestellt hatte.

Aus der Regierungsantwort ging außerdem hervor, dass die Zahl der befristet Beschäftigten im öffentlichen Dienst zwischen 2007 und 2016 um 11.000 gestiegen sei. "Eine Lebensplanung, gerade bei jungen Leuten, ist dadurch nicht möglich", erklärte Ferschl.