Zweite Anklage gegen inhaftierte Britin im Iran - es drohen nochmal 5 Jahre

Ist sie unschuldig – oder ist sie britische Agentin, das fragen die iranischen Medien, wenn es um Nazanin Zaghari-Ratcliffe geht. Sie besitzt beide Pässe, ist in Großbritannien zuhause und ist im Iran zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt – sie wurde beschuldigt, das iranische Regime stürzen zu wollen. Inhaftiert wurde sie mit ihrer damals 2 jährigen Tochter im April 2016, die lebt seitdem bei ihren iranischen Großeltern.

Jetzt könnten weitere fünf Jahre Haft dazukommen, weil die 38jährige iranische Journalisten ausgebildet haben soll. Zeuge der Anklage ist ausgerechnet der britische Außenminister Boris Johnson: er hatte – wenn auch unbeabsichtigt – Vorwürfe bestätigt und den iranischen Behörden den Grund geliefert, Zaghari-Ratcliffe jetzt wegen Propaganda anzuklagen. In London organisiert ihr Ehemann Demonstrationen, um die Regierung zum handeln zu bringen.

Richard Ratcliffe, der Ehemann: “Wir haben die Unterstützung unseres Parlamentsmitgliedes, wir haben die Schauspielerin Emma Thompson, die hier lebt – sie zeigen meiner Frau, das sie nicht vergessen ist – wir kümmern uns.”

Ein Regierungssprecher sagte, man erwäge sie unter diplomatische Immunität zu stelle, um sie vor weiterer Verfolgung zu schützen. Zaghari-Ratcliffe arbeitet für eine Stiftung, die auch Journalisten ausbildet, ihr Arbeitgeber sagt aber, das sei nicht ihr Aufgabengebiet und sie sei privat im Iran gewesen.

BorisJohnson

An open letter to Boris. foreignoffice must bring our innocent hostages home. #FreeNazanin Zaghari-Ratcliffe#FreeGrandpaKamal pic.twitter.com/x6fiOprfvF— Amanda (@Amandalavan1) 26. November 2017