Zweitägiger Generalstreik gegen Venezuelas Staatschef Maduro begonnen

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Barrikade am ersten Tag des Generalstreiks in Caracas

In Venezuela ist aus Protest gegen Staatschef Nicolás Maduro ein zweitägiger Generalstreik angelaufen. Zahlreiche Straßen der Hauptstadt Caracas waren am Mittwoch menschenleer. Einwohner errichteten Barrikaden und forderten auf Spruchbändern ein "Ende der Diktatur". Für Freitag planen die Regierungsgegner in Caracas einen großen Protestmarsch. Damit will die Opposition die von der Regierung angestrebte Wahl einer verfassunggebenden Versammlung verhindern, die für Sonntag vorgesehen ist.

Tausende Venezolaner überquerten mit Koffern beladen die Grenze nach Kolumbien, um sich vor möglichen Unruhen in ihrer Heimat in Sicherheit zu bringen. "Wir wissen wirklich nicht, was passieren wird", sagte Maria de los Angeles Pichardo, als sie am Dienstag mit ihrem Mann und ihrem Sohn auf der kolumbianischen Seite eintraf. In Caracas horteten viele Einwohner Lebensmittel. "Wir müssen uns vorbereiten, um nicht zu verhungern", sagte Eugenia Santandar.

Maduro will die 545 Mitglieder der verfassunggebenden Versammlung am Sonntag wählen lassen. Seine Gegner werfen ihm vor, er wolle das Gremium mit eigenen Anhängern besetzen, um sich "diktatorische Vollmachten" zu sichern. Seit Beginn der Protestwelle gegen Maduro Anfang April wurden in dem südamerikanischen Land mehr als hundert Menschen getötet und tausende weitere verletzt.

Es sei "höchste Zeit, der Gewalt ein Ende zu bereiten", erklärte am Mittwoch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. Die EU erwarte von den venezolanischen Behörden, "dass sie die Verfassung und die Rechtsstaatlichkeit achten und dafür sorgen, dass die Grundrechte und Grundfreiheiten gewährleistet sind". Dazu gehöre auch das Recht, friedlich zu demonstrieren.