Makellose Zahlen und Siegtreffer: Badstubers perfekter Tag

Markus Riderer
Holger Badstuber war der entscheidende Mann beim VfB Stuttgart

Holger Badstuber hat beim VfB Stuttgart ein perfektes Startelf-Debüt gefeiert. Der Innenverteidiger erzielte gegen den FSV Mainz 05 den entscheidenden Treffer und beendete damit eine lange Durststrecke.

In der Bundesliga hatte der Stuttgarter Neuzugang davor nur am 4. Dezember beim 2:1 des FC Bayern gegen Borussia Mönchengladbach getroffen. Ganze 2822 Tage oder fast acht Jahre lagen damit zwischen Badstubers einzigen Bundesliga-Toren.

Der 28-Jährige wollte seine Leistung nach dem Spiel jedoch "nicht an die große Glocke hängen". Er sehe sich mit seiner Erfahrung in der Pflicht, den jungen VfB-Spielern zu helfen.

"Unsere Verantwortung ist es, die richtigen Entscheidungen zu treffen." Zusammen mit Co-Neuzugang Dennis Aogo, der passenderweise die Vorlage zu Badstubers Tor lieferte, hätten sie die "Verantwortung, die jungen Spieler zu entlasten".


Badstuber zweikampfstark

Entsprechend positiv fällt auch die Bewertung von VfB-Chefcoach Hannes Wolf aus, der aber zugleich vor überzogenen Erwartungen: "Sie haben beide aus der Woche die Überzeugung entwickelt, dass es richtig ist, sie jetzt schon spielen zu lassen. Aber es war jetzt ein Spiel. Es ist wichtig, jetzt weiter intensiv zu arbeiten, damit beide in ihre Top-Verfassung kommen. Wir sind auf einem guten Weg, aber man sollte sich nicht zu sicher wähnen, dass jetzt alles so funktioniert. Deshalb bleiben wir wachsam."

Neben seinem Treffer tat Badstuber dies auch in der Defensive, wo er vor heimischer Kulisse eine starke Vorstellung ablieferte. Der Ex-Bayer und -Schalker gewann alle seine acht geführten Zweikämpfe und hatte zur Halbzeit mit 38 die meisten Ballkontakte (insgesamt 55).

Badstuber konnte zudem mit seiner Passsicherheit überzeugen. Der Innenverteidiger brachte 34 seiner 38 Zuspiele an den Mann (89,5 Prozent).

Weniger auffällig war sein ehemaliger Bayern-Kollege Robert Lewandowski - bis zu seinem Doppelpack. Der polnische Stürmer fand im Münchner Spiel lange nicht statt. Mit seinem einzigen beiden Torschüssen war es aber schließlich Lewandowski, der den Unterschied machte.


Boateng und Brandt feiern Jubiläum

Der Samstag war derweil ein Tag zahlreicher Jubiläen. So absolvierte etwa Kevin-Prince Boateng mit seinem ersten Startelf-Einsatz für Eintracht Frankfurt auch sein 100. Bundesliga-Spiel.

Dieselbe Anzahl an Partien spulte auch Julian Brandt ab. Mit 21 Jahren und 116 Tagen ist er der jüngste Leverkusener, der diese Marke erreicht. Brandt und Boateng, der im Oberhaus bereits für Hertha BSC, Borussia Dortmund und Schalke 04 auflief, trennen damit ganze neun Jahre.

Auf doppelt so viele Spiele kommt gar Patrick Herrmann. Der Offensivmann von Borussia Mönchengladbach ist mit 26 Jahren, sechs Monaten und 14 Tagen der fünftjüngste Spieler, der es auf 200 Bundesliga-Spiele bringt.

Kurios dabei: Herrmann durfte nur bei 23 Partien davon über die volle Distanz ran. Auch in Augsburg wurde der Offensivspieler vorzeitig vom Platz genommen. Bisher hielt Andreas Neuendorf. Bei 200 Spielen spielte "Zecke" nur 30 durch.

Aber auch bei den Trainern durfte der jüngste feiern: Julian Nagelsmann stand bei der TSG 1899 Hoffenheim zum 50. Mal in der Bundesliga an der Seitenlinie.

Finnbogason erzielt Blitz-Tor

Nur kurz feiern konnte dagegen Alfred Finnbogason. Der Stürmer bracht den FC Augsburg gegen Gladbach bereits nach 34 Sekunden in Führung und erzielte damit das schnellste Tor der noch jungen Saison und das früheste in Augsburgs Bundesliga-Historie. Nachdem Gladbach zunächst das Spiel drehte, konnte sein Team aber immerhin noch einen Punkt retten.

Der Isländer hatte bereits in der vergangenen Spielzeit nach nur 46 Sekunden getroffen.