„Ich zweifle die Idee der Work-Life-Balance an“, sagt eine der mächtigsten Frauen der deutschen Wirtschaft

Sabrina Hoffmann

Ann-Kristin Achleitner gilt als eine der mächtigsten Frauen der deutschen Wirtschaft. Sie sitzt in mehreren Aufsichtsräten, zum Beispiel bei Linde, bei der Deutschen Börse und der Munich Re.

Außerdem ist sie BWL-Professorin und Risikokapitalgeberin. Sie kennt sich also bestens aus mit den Stärken der hiesigen Wirtschaft  — und mit ihren Schwächen. Bei der Gründerkonferenz „Bits and Pretzels“ in München sprach sie nun über den Nachholbedarf in der deutschen Startup-Szene und ging durchaus kritisch mit ihrer eigenen Branche ins Gericht. 

Das deutsche Mindset ist schuld

Den Grund dafür, dass Deutschland in Sachen Startups noch nicht mit den USA mithalten kann, sieht sie nicht bei den angeblich risikoscheuen Gründern. Sondern bei jemand anderem. „Deutschen Investoren fehlt der Mut“, sagt sie. 

Auch auf die Dax-Unternehmen treffe das zu, die noch viel mehr in junge Unternehmen und Technologien investieren sollten. „Dabei spielt sicher das deutsche Mindset eine Rolle“, sagt Achleitner. „Die Medien sind voll mit Geschichten vom Scheitern und von Niederlagen. Wenn jemand erfolgreich ist, erzeugt das viel weniger Aufmerksamkeit. Scheitern wird hier skandalisiert.“

Es sei wichtig, dass große US-Investoren in Deutschland ein Signal senden, indem sie in europäische Startups investieren. Das würde auch andere Kapitalgeber ermutigen, aktiv zu werden. Vor dem Silicon Valley verstecken muss sich Deutschland laut Achleitner nicht. Sie lobt den Gründerstandort München, der in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat.

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