Der Milan-Boss und sein dubioser Familien-Clan

Li Yonghong kaufte im April den AC Mailand für eine Rekordsummer

Der AC Mailand hat seit April einen finanzstarken Investor. Der chinesische Geschäftsmann Li Yonghong kaufte den Klub für 740 Millionen Euro und ging gleich im Sommer auf große Einkaufstour.

Inzwischen kommen Zweifel auf an der geschäftlichen Integrität Lis. Wie die New York Times berichtet, ist der Investor in der Vergangenheit immer wieder mit chinesischen Regulierungsbehörden aneinandergeraten. So musste der 48-Jährige 2013 umgerechnet fast 80.000 Euro Strafe bezahlen, weil einen Aktienverkauf nicht gemeldet hatte.

Auch bei der Übernahme des italienischen Traditionsklubs soll es zu Ungereimtheiten gekommen sein. Dem Bericht zufolge soll Lis damaliges Vermögen deutlich unter dem damaligen Kaufpreis gelegen haben.

Familien-Clan muss ins Gefängnis

Folglich ist Milan dem Vernehmen auf zusätzliche Investoren angewiesen, um ein Darlehen zu refinanzieren, das Li für den Kauf des Klubs aufgenommen hatte. In einem Jahr ist die Rückzahlung fällig.

Die Geschäfte der Familie Li haben schon häufiger für Aufsehen gesorgt. 2004 soll das Familienunternehmen Tausende Investoren um Millionen gebracht haben. Lis Vater und Bruder mussten daraufhin ins Gefängnis, der 48-Jährige selbst wurde nach einer Untersuchung nicht beschuldigt.

Milan scheint mit seinen Investoren kein Glück zu haben. Lis Vorgänger Silvio Berlusconi stolperte in seiner politischen Karriere über zahlreiche Skandale.