Drei Menschen nach verheerenden Bränden in Colorado vermisst

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Eine Frau läuft durch die Überreste eines abgebrannten Hauses (AFP/Jason Connolly)

Nach den verheerenden Bränden im US-Bundesstaat Colorado werden nach Angaben der Behörden drei Menschen vermisst. "Wir haben großes Glück, dass wir keine Liste mit 100 Vermissten haben, aber leider haben wir drei bestätigte Vermisste", sagte der Polizeichef des Bezirks Boulder, Joe Pelle, am Samstag (Ortszeit). Bei den Bränden am Donnerstag waren fast tausend Häuser in zwei Vororten von Denver zerstört worden.

Mindestens 991 Häuser fielen in den Städten Superior und Louisville am Stadtrand von Denver den Flammen zum Opfer. Auf Luftbildern waren ganze Straßenzüge zu sehen, in denen nur noch Asche von den Häusern übrig war. Andere Gebäude in der Nachbarschaft blieben aus nicht ersichtlichen Gründen unversehrt. Todesopfer wurden bislang nicht bestätigt.

Das Feuer war am Donnerstag in einem ausgedörrten Gebiet ausgebrochen und durch Windböen mit einer Stärke von mehr als 160 Stundenkilometern angefacht worden. Am Freitag stoppten Schneefälle die Ausbreitung der Brände. Allerdings erschwere der Schnee nun die Ermittlungen, Rettungsmaßnahmen und die Begutachtung der Schäden, sagte der Polizeichef. Die Gebäude, in denen die Vermissten vermutet würden, seien "völlig zerstört und im Moment mit etwa 20 Zentimetern Schnee bedeckt".

Erste Berichte, wonach umgestürzte Stromleitungen das Feuer verursacht haben könnten, bestätigten sich nach Angaben der Ermittler nicht. Pelle erklärte jedoch, dass einige Bewohner umgestürzte Telefonleitungen mit Stromleitungen verwechselt haben könnten. Er berichtete von einer Hausdurchsuchung im Zusammenhang mit den Ermittlungen zur Brandursache.

"Das war eine Katastrophe im Zeitraffer", erklärte Colorados Gouverneur Jared Polis, der zuvor wegen der Brände den Notstand ausgerufen hatte. "Viele Familien hatten nur Minuten, um was immer sie konnten - ihre Haustiere, ihre Kinder - ins Auto zu setzen und wegzufahren." In Superior und der nahegelegenen Kleinstadt Louisville waren angesichts der heranrückenden Brände mindestens 33.000 Menschen zur Flucht aufgerufen worden.

Waldbrände im Winter sind in der Region sehr ungewöhnlich. Wie weite Teile des Westens der USA leidet Colorado allerdings seit mehreren Jahren unter einer Dürre, die das Gebiet anfällig für Waldbrände macht. Bei früheren Bränden waren jedoch eher ländliche Gebiete betroffen und keine Vororte.

Die schweren Brände einen Tag vor Silvester ereigneten sich nur wenige Wochen nachdem dutzende Tornados in Kentucky und weiteren US-Bundesstaaten im Süden und Zentrum der USA für verheerende Verwüstungen gesorgt hatten. Allein in Kentucky starben mehr als 70 Menschen.

ck/noe

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