Mann erschießt nach Streit in Diskothek in Konstanz Türsteher

Nach der tödlichen Schießerei vor einer Diskothek in Konstanz laufen die Ermittlungen zu den Hintergründen auf Hochtouren. Es gebe noch keine Erkenntnisse zum genauen Motiv, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Johannes-Georg Roth

Bei einer nächtlichen Schießerei vor einer Diskothek in Konstanz sind ein Türsteher sowie der Schütze getötet worden. Der baden-württembergische Innenstaatssekretär Martin Jäger sagte am Sonntag, die Tat gehe auf eine persönliche Auseinandersetzung zurück und habe keinen "terroristischen oder islamistischen Hintergrund". Bei dem Vorfall vor der Diskothek "Grey" wurden auch zwei Partygäste und ein Polizist verletzt, in Lebensgefahr war aber niemand.

Wie Vertreter von Polizei und Staatsanwaltschaft bei einer Pressekonferenz schilderten, geriet der Täter, ein 34-jähriger Mann irakisch-kurdischer Herkunft, in dem Nachtclub mit Mitarbeitern in einen Streit. Dann sei er nach Hause gegangen, mit einem Sturmgewehr zurückgekehrt und habe einen der Türsteher niedergeschossen. Durch die Schüsse wurden demnach zwei weitere Menschen schwer verletzt.

Der Täter eröffnete dann auch auf die ankommenden Polizisten das Feuer. Er wurde angeschossen und starb schließlich im Krankenhaus. Der Mann lebte seit 1991 in Deutschland und war vorbestraft, unter anderem wegen schwerer Körperverletzung und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Er war der Schwiegersohn des Betreibers der Diskothek.

Zwar gingen die Ermittlungen weiterhin "in alle Richtungen", der Schwerpunkt liege aber auf der Klärung des persönlichen Umfelds des Täters, sagte ein Vertreter der Staatsanwaltschaft. Die Behörden gingen zudem von einem Einzeltäter aus. Die Diskothek hatte der Mann demnach im Vorfeld schon öfter besucht.

Der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt zeigte sich "erschüttert" und sprach von einem "bitteren schweren Tag". Den Betroffenen sprach er sein Mitgefühl aus. Auch Jäger sprach von einem "schweren Tag für Konstanz".