Zwei starke Frauen und die Weltbörsen

Das Redaktionsdepot: Ulf Sommer, Handelsblatt


Es ist nur ein vages Gerücht, doch es trieb den Aktienkurs der Commerzbank. Angeblich soll die italienische Bank Unicredit an einem Einstieg interessiert sein. Nicht morgen oder übermorgen, sondern mittelfristig – das heißt vielleicht in ein paar Jahren. Die Gespräche, wenn es überhaupt welche gibt, sind in einem sehr frühen Stadium. An solchen Spekulationen beteiligen wir uns nicht. Und überhaupt: Aktienkäufe kommen nur in Frage, wenn die Unternehmen selbst gute Perspektiven bieten und ihre Aktien attraktiv bewertet sind. Beides ist bei der Commerzbank nicht zu erkennen.


Das Social-Trading-Depot: Alexander Kovalenko, Bayerische Vermögen


Aufgrund der fehlenden Renditen bei den Sparanlagen gepaart mit der für Deutschland traditionellen Unbeliebtheit der Aktien erlebt man derzeit in der Bundesrepublik einen regelrechten Immobilien-Run. Unseres Erachtens bieten jedoch die Dividendenpapiere im aktuellen Umfeld langfristig ein attraktiveres Chance-Risiko-Profil, vor allem für diejenigen, die ihr komplettes Kapital in eine Wohnung oder in ein Haus investieren möchten. Wir empfehlen ein diversifiziertes Portfolio, welches neben Immobilien und festverzinslichen Anlagen auf jeden Fall einen signifikanten Aktienanteil beinhalten sollte. Wie dieser aufgebaut werden kann, versuchen wir mit unserem langfristigen transaktionsarmen Musterdepot zu zeigen.


Das Privatbank-Depot: Sönke Niefünd, Otto M. Schröder Bank


Von Janet Yellen zu Angela Merkel - starke Frauen und ihr aktueller Einfluss auf die Weltbörsen.
Die Entscheidung der Fed, die Normalisierung der Geldpolitik ab Oktober voranzutreiben und für Dezember einen weiteren Zinsschritt anzudeuten, festigt den US-Dollar, bewegt die Aktienmärkte jedoch nicht. Alle Prognosen zur Bundestagswahl am kommenden Sonntag sehen Angela Merkel weiterhin als Bundeskanzlerin – dies dürfte im aktuell hohen Dax-Niveau eskomptiert sein. Unsicherheit käme wohl nur auf, wenn die SPD aus der großen Koalition ausscheidet und in die Opposition wechselt, erst recht, wenn sich dann keine regierungsfähige Mehrheit findet. Wir beobachten dies, sind mit unserer Allokation im Privatbankdepot jedoch gut aufgestellt.


Die Regeln der Depots

Die Musterdepots veranschaulichen aussichtsreiche Anlagestrategien und geben Anregungen, mit denen Investoren ihre Renditeziele erreichen können. Im Vordergrund steht nicht ein Wettbewerb zwischen den drei Portfolios, sondern vielmehr die Nachvollziehbarkeit und Transparenz der Anlageentscheidungen für den Leser. Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn, am Freitag, dem 31. Januar 2014, wurden mindestens fünf Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, wann sie investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,25 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.