Zwei Provinzen in China bieten Entschädigung bei Aufgabe der Haltung wilder Tiere

Verkauf von Wildtieren auf einem Markt in China

Als Konsequenz aus der Corona-Pandemie haben zwei Provinzen in China Entschädigungsprogramme angekündigt, um Betrieben eine Alternative zu Haltung und Verkauf von Wildtieren zu bieten. Fledermäuse oder Schuppentiere, die in Teilen Chinas als Delikatesse gelten, könnten den Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 auf den Menschen übertragen haben. Die chinesische Zentralregierung hat deshalb bereits im Februar den Verzehr und den Handel mit Wildtieren verboten.

Nun bieten die zentralchinesischen Provinzen Hunan und Jiangxi den betroffenen Betrieben Geld für eine Umstellung auf den Anbau von Gemüse oder Heilpflanzen an. In Hunan sollen die Halter eine Einmalzahlung pro Tier bekommen: 600 Yuan (77 Euro) für eine Zibetkatze, umgerechnet 15 Euro pro Lebendkilogramm Kobra und 9,60 Euro pro Lebendkilogramm Bambusratte.

In Jiangxi soll ein "Unterstützungsfonds" für Umstellungswillige aufgelegt werden. Dort gibt es laut Bericht einer Regionalzeitung mehr als 2300 Betriebe, die Wildtiere für den menschlichen Verzehr aufziehen. Die Tiere seien insgesamt etwa 200 Millionen Euro wert.

Hunan und Jiangxi grenzen beide an die Provinz Hubei. Dort, auf einem Markt für Wildtiere in Wuhan, soll das neuartige Coronavirus erstmals auf den Menschen übertragen worden sein.

Die Tierschutzorganisation Humane Society International begrüßte den Schritt am Dienstag. In beiden Provinzen würden sehr viele Wildtiere für den menschlichen Verzehr gehalten, besonders in Jiangxi sei das Geschäft damit in den vergangenen Jahren stark gewachsen.

Experte Peter Li sagte der Nachrichtenagentur AFP, Entschädigungsprogramme sollten in jeder chinesischen Provinz aufgelegt werden. Er warnte aber, nur den Handel mit Wildtieren für den Verzehr zu verbieten - aber weiterhin den Handel mit Wildtieren zu erlauben, die Felle liefern, als Arznei oder zur Unterhaltung verkauft würden.