Zwei Journalisten in Haiti von krimineller Bande getötet

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Straße in Haiti (AFP/Richard Pierrin)

In Haiti sind zwei Journalisten bei Recherchen für eine Reportage von einer kriminellen Bande getötet worden. Wilguens Louissaint und Amady John Wesley starben bei einer Schießerei, wie der Arbeitgeber Wesleys, Radio Ecoute FM, am Donnerstag mitteilte. Ein dritter Journalist, der sie bei ihrer Reportage über "das Sicherheitsklima in der Gegend" begleitet hatte, konnte demnach fliehen.

"Wir verurteilen diese kriminelle und barbarische Tat aufs Schärfste", erklärte der Generaldirektor von Radio Ecoute FM, Francky Attis, auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP. Es handle sich um einen "schweren Angriff" auf die Rechte von Journalisten, "ihren Beruf im Land frei auszuüben".

Der Radiosender hat seinen Sitz im kanadischen Montréal, wo viele Menschen aus Haiti leben. Die Journalisten waren nach Angaben des Senders für eine Reportage in einem Gebiet am Rand der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince unterwegs, in dem sich mehrere rivalisierende Banden bekämpfen.

In Haiti ist die Arbeit von Journalisten lebensgefährlich. Im Juni 2021 war der Journalist Diego Charles mitten in der Nacht zusammen mit einer Oppositionspolitikerin und 13 weiteren Menschen erschossen worden. Die Täter sind immer noch nicht identifiziert. Im März 2018 kehrte der Fotojournalist Vladjimir Legagneur von einer Reportage aus einem Armenviertel der Hauptstadt nicht mehr zurück. Die Ermordung des damals bekanntesten haitianischen Journalisten Jean Dominique im April 2000 ist bis heute nicht aufgeklärt.

Der Karibikstaat wird seit Jahren von heftiger Bandenkriminalität erschüttert, die sich in den vergangenen Monaten noch verschärft hat. Die Polizei wirkt gegen die schwer bewaffneten Banden machtlos. Seit der Ermordung von Präsident Jovenel Moïse vor sechs Monaten befindet sich das Land zudem in einer politischen Krise.

pe/bfi

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