Junge Mutter zeigt die zwei Gesichter einer Depression

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Depressionen, Essstörungen, Krebs: Milly Bhaskara aus dem englischen Hull hatte in den vergangenen Jahren sehr zu kämpfen. Angemerkt haben es ihr die wenigsten. Auf Instagram kämpft die junge Mutter mit den “zwei Gesichtern der Depression“ um mehr Aufmerksamkeit für psychische Erkrankungen.

Angstzustände gehörten jahrelang zu Millys Alltag – auf den Fotos sieht man es ihr mal an, mal weiß sie es perfekt zu verbergen. (Bild: Caters)

Milly Bhaskara ist frisch verheiratet – erst vor Kurzem postete die Engländerin glückliche Paarfotos mit Ehemann Rishi auf Instagram. Dass ein Lächeln jedoch nicht immer bedeutet, dass alles in Ordnung ist, zeigt Milly regelmäßig auf der Social-Media-Plattform: Schon seit Jahren postet sie Selfie-Collagen, die sie in einer bestimmten Stimmung zeigen – ängstlich, beschämt, normal. Das Besondere: ein Foto zeigt Millie lächelnd und als ob nichts wäre, das andere offenbart ihre inneren Kämpfe.

(Bild: Caters)

Schon seit einigen Jahren kämpft Milly Bhaskara, geborene Smith, für mehr Aufklärung über psychische Krankheiten.

(Bild: Caters)

Unter ihre Collage zum Gefühlszustand “Normal“ postete die 26-Jährige: “Wir müssen Emotionen normalisieren, einschließlich sichtbarer Traurigkeit. Den Leuten zu sagen, dass wir einen wirklich tollen Tag hatten, sollte genauso akzeptabel sein wie ihnen zu sagen, dass wir einen harten Tag hatten. Emotionen sind Indikatoren für unsere Kernziele und Bedürfnisse, sie sind Signale, die uns mitteilen, was im Inneren vor sich geht, und sie sollten nicht unterdrückt oder verborgen werden, wenn wir dies nicht möchten.“

(Bild: Caters)

Bhaskara ist auch leidenschaftliche Body-Positivity-Aktivistin und erfolgreiche Speakerin zum Thema. Ihren eigenen Körper zeigt Milly mittlerweile ohne Scheu, auch wenn sie ihn, wie sie auf Instagram immer wieder schreibt, nicht immer leiden mag. Mit ihrem Selbstbild unter dem Motto “Hört auf, unsere Körper zu zensieren“, protestierte sie bereits im Mai gegen das Gebaren von Instagram, Bilder von der Plattform zu löschen, die Zeichen von Selbstverletzungen zeigten: “Körper, die mit geheilten Narben von Selbstverletzung leben und versuchen, sich selbst zu akzeptieren / zu lieben, sind NICHT anstößig, ekelhaft oder der Zensur wert“, schrieb Milly auf Instagram. “Wir fördern NICHT die Selbstverletzung, wir verherrlichen sie NICHT, wir existieren in Körpern, die zuvor Schmerzen hatten, die zuvor verzweifelt waren und jetzt heilen. Wir sind ein Zeichen des Überlebens und der Sonne nach dem Sturm.“

Für ihre Bilder und vor allem ihren Mut erntet Milly Bhaskara auf ihrem Instagram-Account “millykeepsgoing“ viel Zuspruch, fast 175.000 Follower hat die junge Mutter, die nach einer Erkrankung an Gebärmutterhalskrebs alle Haare verlor. Das hindert sie nicht, weiter für die Belange zu kämpfen, die ihr wichtig sind – und sich von dem abzugrenzen, was ihr schadet. “Grenzen sind Selbstpflege. Du darfst dich selbst schützen, deine Energie bewahren und Regeln festlegen“, heißt es in einem ihrer aktuellen Posts:

Hilfe bei Depressionen bietet die Telefonseelsorge unter der kostenlosen Rufnummer: 0800 / 111 0 111