Zwei weitere Erdbebenopfer aus Hotel in Taiwan geborgen

Gefährlich geneigtes Gebäude in Hualien

Nach dem schweren Erdbeben in Taiwan haben Rettungskräfte zwei weitere Opfer geborgen. Die Leichen des Paares wurden aus einem schwer beschädigten Hotel in der Hafenstadt Hualien gezogen, wie die taiwanische Regierung am Freitag mitteilte. Damit habe sich die Opferzahl auf zwölf erhöht. Neun von ihnen starben in dem Wohnungs- und Hotelkomplex Yun Tsui, in dem nun auch die beiden Leichen geborgen wurden.

Da das zwölfstöckige Gebäude in gefährliche Schieflage geraten war, dauerte es nach Angaben der Feuerwehr zwölf Stunden, bis die Einsatzkräfte in das Hotelzimmer der Hongkong-Kanadier im zweiten Stock vordringen konnten. Eine fünfköpfige Familie aus China, die ebenfalls im zweiten Stockwerk untergebracht war, wird weiterhin vermisst.

Das Erdbeben mit einer Stärke von 6,4 hatte in der Nacht zum Mittwoch die bei Urlaubern beliebte Ostküste der Insel erschüttert und für große Schäden gesorgt. Mehrere Häuser wurden schwer beschädigt und neigten sich gefährlich zur Seite. Drei einsturzgefährdete Gebäude sollen nun abgerissen werden, wie Hualiens Bürgermeister Fu Kun Chi ankündigte.

An den Bergungsarbeiten war auch ein Rettungshund beteiligt, der bei seinem ersten Einsatz zwei verschüttete Menschen aufspürte. Dank des vierjährigen Labradors Tie Hsiung wurde ein Hotelgast 15 Stunden nach dem Beben gerettet. Der zweite Verletzte erlag später seinen Verletzungen.

Taiwan wird regelmäßig von Erdbeben erschüttert. Das bislang schlimmste Beben ereignete sich im September 1999. Bei dem Erdstoß der Stärke 7,6 starben rund 2400 Menschen.