Zwei Drittel der Krankenhausärzte klagen über zu wenig Zeit für Patienten

Zwei Drittel der Krankenhausärzte haben nach eigenem Empfinden zu wenig Zeit für die Behandlung ihrer Patienten. In einer Befragung bezeichneten viele der Mediziner vor allem eine zunehmende Bürokratie als Belastung

Zwei Drittel der Krankenhausärzte haben nach eigenem Empfinden zu wenig Zeit für die Behandlung ihrer Patienten. In einer am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Befragung des Ärzteverbands Marburger Bund bezeichneten viele der Mediziner dabei vor allem eine zunehmende Bürokratie als Belastung. So gab etwa ein Viertel der befragten Ärzte an, mehr als drei Stunden pro Tag mit reinen Verwaltungstätigkeiten zu verbringen.

Ein Drittel schätzt den täglichen Zeitaufwand für administrative Tätigkeiten, die über die ärztlichen Aufgaben hinaus gehen, auf eine bis zwei Stunden pro Tag. Nur elf Prozent der Ärzte in Krankenhäusern verwenden für Datenerfassung, Dokumentation und Organisation weniger als eine Stunde pro Tag.

Der Abbau von Bürokratie hat für Ärzte demnach eine hohe Priorität, 70 Prozent bezeichneten dies als sehr wichtig oder am wichtigsten bei möglichen Verbesserungen in ihrem Beruf. Der Onlinebefragung unter 6200 Ärzten in Deutschland zufolge trägt sich ein Fünftel der Befragten mit dem Gedanken, die Stelle ganz aufzugeben - als Gründe nennt diese Gruppe etwa die hohe Arbeitsbelastung und auch die Bürokratie.