Zwei Deutsche in Hongkong festgenommen

In der von Protesten erschütterten Metropole Hongkong sind zwei Deutsche festgenommen worden. Die beiden würden vom deutschen Generalkonsulat betreut, hieß es am Freitag aus dem Auswärtigen Amt in Berlin. Nähere Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt. Die "Bild"-Zeitung berichtete unter Berufung auf Aktivisten in Hongkong, es handle sich bei den beiden um Austauschstudenten der Lingnan-Universität. An der Hochschule habe es zuletzt Ausschreitungen geben.

In Hongkong hatten am Freitag den fünften Tag in Folge tausende Anhänger der Demokratiebewegung Straßen blockiert und das Gelände von Universitäten besetzt. Am Dienstag war es an Hochschulen zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Vor allem an der Chinesischen Universität feuerte die Polizei mit Tränengas und Gummigeschossen auf Demonstranten, die Barrikaden errichtet hatten. Demonstranten schleuderten Steine auf Polizisten. Aus Angst vor Angriffen flohen aus Festland-China stammende Studenten aus Hongkong.

"Es tut mir leid zu hören, dass die deutschen Studenten festgenommen wurden. Die Polizei nimmt zurzeit flächendeckend Leute fest. Viele wurden festgenommen, weil sie einen Slogan skandiert haben, einige haben gar nichts getan, und gegen die meisten wurde keine Anzeige erhoben", sagte ein Hongkonger Aktivist der "Bild"-Zeitung.

In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong gibt es seit Monaten Massenproteste, die immer häufiger in Gewalt umschlagen. Die Proteste richteten sich zunächst gegen ein geplantes Gesetz, das erstmals auch Auslieferungen nach Festland-China ermöglicht hätte. Inzwischen fordert die Protestbewegung umfassende demokratische Reformen und die Absetzung der pro-chinesischen Regierung.