Zwei Dänen bei Messerangriff in Gabun verletzt

Gabuns Hauptstadt Libreville

Bei einem möglicherweise islamistisch motivierten Messerangriff in Gabun sind zwei Dänen verletzt worden. Der Angreifer rief "Allahu Akbar " (Gott ist der Größte) und begründete seine Tat damit, dass er "US-Attacken auf Muslime" rächen wollte, wie Verteidigungsminister Etienne Massard mitteilte. Nach dem Angriff am Samstag auf einem Markt der Hauptstadt Libreville wurden alle Händler festgenommen.

Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich laut Massard um einen 53-jährigen Nigerianer, der seit 19 Jahren in Gabun lebt. Er soll als fliegenden Händler Fleisch verkauft haben. Die vergangenen acht Monate soll er in seiner Heimat verbracht haben und erst vor wenigen Wochen nach Libreville zurückgekehrt sein.

Er sei nach dem Angriff auf dem bei Touristen beliebten Markt am Samstag gefasst worden und habe ausgesagt, die Tat sei Vergeltung für "US-Attacken auf Muslime" und für die Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt durch die USA. Der Markt wurde bis auf weiteres geschlossen.

Die beiden Opfer wurden ins Militärkrankenhaus gebracht, einer von ihnen musste auf der Intensivstation behandelt werden, wie Regierungssprecher Alain-Claude Bilie By Nze sagte. Die Dänen waren für eine Reportage im Auftrag des Fernsehsenders National Geographic in dem zentralafrikanischen Land unterwegs. Unklar war, ob sie Journalisten oder Techniker waren. Das dänische Außenministerium bestätigte nur, dass zwei Staatsbürger in Gabun verletzt worden seien.

Nach Angaben eines AFP-Reporter wurden alle Händler des Marktes zur Befragung durch die Polizei festgenommen. Die meisten von ihnen stammten aus Westafrika. Verteidigungsminister Massard überwachte die Aktion.

Die frühere französische Kolonie Gabun hat rund 1,8 Millionen Einwohner. Die meisten Einheimischen sind Christen, viele der Zuwanderer sind muslimischen Glaubens. Beide Gemeinschaften leben weitgehend friedlich nebeneinander. Von islamistisch motivierten Anschlägen war das kleine Land bislang verschont.