Zwei Bundeswehrsoldaten bei Hubschrauber-Absturz in Mali ums Leben gekommen

Tiger-Kampfhubschrauber der Bundeswehr

Mit Trauer und Bestürzung hat die Bundesregierung auf den Tod von zwei Bundeswehrsoldaten durch den Absturz ihres Kampfhubschraubers in Mali reagiert. Es bestehe "die traurige Gewissheit", dass die beiden Mitglieder der UN-Mission für Mali gestorben seien, sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in Berlin. Die Ursache war zunächst unklar. Nach Informationen des "Spiegel" könnte ein technischer Defekt zum Absturz des Hubschraubers vom Typ "Tiger" geführt haben.

"Der Tod dieser Männer im Dienste unseres Landes trifft uns alle tief und er macht uns unendlich traurig", sagte von der Leyen am Mittwochabend. "Ihr Auftrag war ein Beitrag zu unserer Sicherheit."

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier äußerten sich betroffen. Merkel sprach den Angehörigen am Donnerstag "ihr tief empfundenes Beileid und Mitgefühl aus". Steinmeier erklärte: "Meine besondere Anteilnahme und mein Mitgefühl gelten den Familien der Verstorbenen und allen, die ihnen nahe standen." Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) äußerte sich im Kurzbotschaftendienst Twitter "tief bestürzt".

Der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Henning Otte (CDU), forderte, den Absturz "schnell und lückenlos aufzuklären". SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann erklärte, erst müssten die "genauen Gründe" bekannt sein, bevor Konsequenzen gezogen werden könnten. Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht, die gegen Militäreinsätze im Ausland ist, forderte gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland "den sofortigen Abzug der deutschen Soldaten aus Mali" unabhängig von der Absturzursache.

Der Hubschrauber war nach Angaben des Bundeswehr am Mittwochnachmittag aus bislang ungeklärter Ursache etwa 70 Kilometer nördlich von Gao verunglückt. Die Besatzung habe keinen Notruf abgesetzt, sagte Vize-Generalinspekteur Joachim Rühle. "Die Absturzursache ist derzeit noch völlig offen. Hinweise auf eine Fremdeinwirkung liegen bisher nicht vor", hob Rühle hervor. Nach UN-Angaben war der Hubschrauber zu einer Aufklärungsmission unterwegs.

Experten der Bundeswehr werden am Donnerstagabend in Gao erwartet und sollen am Freitagmorgen an die unter anderem von der Bundeswehr gesicherte Absturzstelle reisen, um die Unfallursache zu ermitteln. Wann die ersten Ergebnisse vorliegen, ist offen.

Im Mittelpunkt der Untersuchung stehe die Suche nach dem Flugunfallschreiber, sagte Rühle. Der Routineflugbetrieb mit den Tiger-Kampfhubschraubern werde bis auf weiteres ausgesetzt. Es würden vorerst nur Flüge absolviert, wenn "Leib und Leben einen Einsatz unbedingt erfordern".

Nach Informationen des "Spiegel" geht die Bundeswehr von einem technischen Defekt aus. Ein Pilot eines zweiten "Tiger"-Hubschraubers, der hinter dem verunglückten Helikopter geflogen sei, habe bereits zum Absturz ausgesagt. Demnach sei der "Tiger" plötzlich und ohne einen Notruf mit der Nase nach vorne abgekippt und dann sofort im Sturzflug zu Boden gegangen, berichtete der "Spiegel".

Dem Bericht zufolge schließt die Bundeswehr einen Zusammenhang mit großer Hitze, für die der "Tiger" nicht ausgerichtet ist, aus. Mit 36 Grad sei es für malische Verhältnisse relativ kühl gewesen.

Aus UN-Kreisen in Gao hieß es, es gebe keinen Hinweis, dass auf den Hubschrauber geschossen worden sei. Vermutlich handele es sich um einen Unfall.

Die Bundeswehr unterstützt in Gao die UN-Mission Minusma, die als einer der gefährlichsten UN-Einsätze weltweit gilt. Ziel ist die Stabilisierung des krisengeschüttelten Landes. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich hatte im Januar 2013 militärisch eingegriffen, um das Vorrücken von Islamisten und Tuareg-Rebellen aus dem Norden Malis zu stoppen und die Regierungstruppen zu unterstützen.

Im Januar hatte der Bundestag der Ausweitung des Einsatzmandats für die UN-Mission auf bis zu tausend deutsche Soldaten zugestimmt. Die Bundeswehr hat vier "Tiger"-Kampfhubschrauber und vier Transporthubschrauber vom Typ NH-90 im Rahmen der Mission nach Mali verlegt. Außerdem unterstützt die Bundeswehr eine EU-Ausbildungsmission in Mali.