Zuwanderung: Weniger Einbürgerungen – Forscher sieht darin Demokratieproblem

In Deutschland leben mehr Menschen als vor vier Jahren, aber weniger Wahlberechtigte.

Wer ist Deutsche oder Deutscher? Jemand, der einen deutschen Pass hat, der in Deutschland geboren ist oder deutsche Eltern hat? Heute halten zwei von drei Deutschen die Staatsbürgerschaft für entscheidend, also den Pass. An der in drei Wochen stattfindenden Bundestagswahl darf nur teilnehmen, wer deutscher Staatsbürger ist. Allerdings wächst die Zahl der Menschen, die teilweise seit vielen Jahren in Deutschland leben und nicht stimmberechtigt sind, rund acht Millionen Erwachsene dürfen am 24. September nicht wählen.

Der Migrationsforscher Dietrich Thränhardt von der Universität Münster sieht darin ein Problem für die Demokratie, da diese Bewohner Deutschlands nicht im Bundestag repräsentiert seien und nicht demokratisch partizipieren könnten. „Es gibt 400.000 weniger Wahlberechtigte, aber zwei Millionen mehr Menschen in Deutschland als vor vier Jahren“, moniert Thränhardt. Der wichtigste Grund dafür ist, dass in Deutschland – auch im internationalen Vergleich – nur wenige Menschen eingebürgert werden. „Die Einbürgerung hält mit der Einwanderung nicht Schritt“, so Thränhardt, der am Donnerstag in Berlin gemeinsam mit anderen Migrationsexperten vor den negativen Folgen dieser Entwicklung warnte.

„Wir sehen Zugewanderte noch nicht als Staatsbürger in spe.“

Tatsächlich ist die Zahl der Einbürgerungen in den letzten Jahren in Deutschland sogar kontinuierlich gesunken. Wurden im Jahr 2001 noch etwas mehr als 178.000 Menschen Deutsche, waren es...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung