Zuschauer in Sorge: ARD schickt Reporter in Hurrikan „Irma“

Für den Live-Beitrag über Hurrikan „Irma“ in der „Tagesschau“ vom Sonntag gerät die ARD in Kritik. (Bild: Wenn.com)

Wegen dieses Live-Berichts hagelt es scharfe Kritik für die ARD. Während Millionen Menschen vor dem gewaltigen Hurrikan „Irma“ flüchten, schickt der Sender einen seiner Reporter für einen Live-Bericht in das Gefahrengebiet – und überschreitet nach Meinung der Zuschauer damit eine Grenze.

In einer Live-Schaltung der „Tagesschau“ vom Sonntag muss ARD-Korrespondent Jan-Philipp Burgard bei Platzregen und heftigen Sturmböen über die aktuelle Lage in Floridas Metropole Miami berichten. Während er die Fragen von Nachrichtensprecher Gerrit Derkowski beantwortet, klammert er sich mit einer Hand am Geländer des Balkons fest, um nicht umzufallen.

„Was spürt man vom Hurrikan?“, fragt ihn Sprecher Derkowski. Burgard schildert routiniert die Sachlage, obwohl die Bilder dieser anderthalbminütigen Liveübertragung schon für sich sprechen: „Wir spüren heftige Böen in der Stärke eines tropischen Sturms. (…) Man spürt, wie das Gebäude sich bewegt. Unten auf der Straße sehen wir, wie Schilder durch die Gegend gewirbelt werden. (…) Es geht jetzt erst los. Erst in diesen Minuten erreicht das Auge des Hurrikans ‘Irma‘ die Inselgruppe ‚Florida Keys’.“

Die aktuelle Gefahrenlage kommentierte Korrespondent Burgard: „Wer jetzt nicht in Sicherheit ist, für den ist es eigentlich zu spät. Der Chef des Katastrophenschutzministeriums hat gesagt, jeder ist jetzt auf sich allein gestellt.“ In den sozialen Netzwerken ist man besorgt und zum Teil empört darüber, dass die ARD einen ihrer Reporter überhaupt in das Gefahrengebiet schickt:

Dass es aber immer eine Nummer härter geht, beweist Amerika. Zahlreiche Sender der USA stellen ihre Reporter für einen Bericht ebenfalls mitten in den Sturm. Den heftigsten Bericht brachte der Sender MSNBC, der einen Journalisten sogar an einem Seil festband, damit er bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 210 Stundenkilometern nicht umgeweht werden konnte.

Die ARD scheint sich die Kommentare seiner Zuschauer jedoch zu Herzen genommen zu haben. In einem nächsten Live-Bericht von Jan-Philipp Burgard muss dieser sich nicht mehr dem Sturm aussetzen, sondern berichtet lediglich vor einer riesigen Fensterscheibe, die einen Blick auf das unglaubliche Naturereignis gibt.