Zusammenstöße zwischen Oppositionellen und Sicherheitskräften in Kiew

Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen während der Durchsuchung eines Protestlager in Kiew sind sechs Aktivisten und vier Polizisten verletzt worden. Zudem seien fünfzig Aktivisten festgenommen worden, sagte der örtliche Polizeichef einem Fernsehsender

Bei gewaltsamen Zusammenstößen während der Durchsuchung eines Protestlagers vor dem ukrainischen Parlament in Kiew sind sechs Aktivisten und vier Polizisten verletzt worden. Zudem seien etwa 50 Protestler festgenommen worden, sagte der örtliche Polizeichef, Andrej Kryschtschenko, dem ukrainischen Fernsehsender 112. Die Durchsuchung sei im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen einer versuchten Gebäudebesetzung im Stadtzentrum von Kiew durch die Regierungsgegner Ende 2017 erfolgt.

Anhänger des Oppositionspolitikers und früheren georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili hatten das Protestlager im Oktober errichtet. Sie demonstrierten regelmäßig gegen Korruption und forderten den Rücktritt des ukrainischen Staatschefs Petro Poroschenko.

Saakaschwili war im Februar in Kiew festgenommen und nach Polen abgeschoben worden. Die ukrainische Regierung wirft ihm einen Putschversuch vor. Gegen Saakaschwili, der von der "Rosenrevolution" im Jahr 2004 bis 2013 Präsident Georgiens war, liegt in seiner Heimat ein Haftbefehl wegen Machtmissbrauchs vor.

2015 siedelte er in die Ukraine um, wo ihn Präsident Petro Poroschenko zum Gouverneur der Schwarzmeerregion Odessa ernannte. Ende 2016 kam es zum Zerwürfnis. Saakaschwili bezichtigte die Regierung in Kiew, die Korruption nicht genügend zu bekämpfen, trat als Gouverneur zurück und betrieb seitdem Oppositionspolitik in der Ukraine