Zusammenstöße bei Demonstration gegen geplante Atommüll-Anlage in Frankreich

Polizisten in Bure

Bei Protesten gegen eine geplante Atommüll-Anlage im Nordosten Frankreichs ist es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Atomkraftgegnern und der Polizei gekommen. Wie die Polizei mitteilte, hatten am Samstag etwa 300 Menschen im Lejuc-Wald zwischen den Ortschaften Bure und Mandres-en-Barrois zunächst friedlich gegen die dort geplante Anlage demonstriert. Später hätten aber einige Demonstranten die Polizisten mit Wurfgeschossen angegriffen. Die Beamten setzten daraufhin Tränengas ein.

Das große Sicherheitsaufgebot habe "schwerwiegende Vorfälle" im Zuge der Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten verhindert, erklärte die Präfektin des Départements Meuse, Muriel Nguyen. Auf beiden Seiten seien keine Verletzten zu beklagen.

Das Gelände in dem Wald bei Bure - auf halben Weg zwischen Paris und Straßburg - war 1998 ausgewählt worden, um dort ein unterirdisches Labor zu errichten. Dieses soll die Lagerung hochradioaktiver Atomabfälle in 500 Metern Tiefe vorbereiten. Die nationale Behörde für Atomabfälle (Andra) will zunächst Probebohrungen vornehmen, um dann kommendes Jahr den Bau der Atommüll-Anlage offiziell zu beantragen. Gegen das Vorhaben gibt es immer wieder Proteste.