Zukunft für kolumbianische FARC-Rebellen

Kräuter zupfen als Schritt in ein normales Leben: Für die Kolumbianerin Vergenes Jurado war das ein radikaler Schritt. Die junge Frau arbeitet heute in einem Restaurant; früher war sie eine Guerilla-Kämpferin der linksextremen FARC-Rebellen.

“Zehn Jahre lang war ich Krankenschwester”, so Jurado. “Meine Weggefährten sind in meinen Armen gestorben. All die Verwundeten, das war eine schwierige Zeit. Aber ich bin darüber hinweggekommen.”

Mit 16 kam sie zur FARC. Vor ein paar Monaten hat die Guerillatruppe ihre Waffen niedergelegt, nach 50 Jahren Krieg gegen den Staat.

Jurado hat die Guerillas aber schon früher verlassen. Sie wollte verhindern, ein zweites Mal zur Abtreibung gezwungen zu werden.

Organisiert wird der Schritt in ein normales Leben von der Wiedereingliederungsbehörde. Deren Ziel: Die Guerillas sollen nicht im organisierten Verbrechen landen. “Versöhnung ist ein Prozess”, sagt der Leiter der Behörde, Joshua Mitroti, “wir sind nicht alle Freunde, aber wir bauen Vertrauen und gesellsch aftliche Beziehungen auf, sobald diese Menschen die Gewalt und Illegalität hinter sich lassen.”

“Jeder muss eine Chance bekommen, egal ob Guerilla oder nicht”, sagt Mario Contreras, der Chef der ehemaligen Guerillera Jurado “Sie haben ihre Vergangenheit, aber wir können ihnen eine Gegenwart anbieten.”

Experten sorgen sich um jüngere wie ältere Guerillas. Sie werden es im Arbeitsleben schwer haben, viele sind obdachlos. Die Guerillas waren ihre einzige Familie.