Zufallsfund bei Weiher-Sanierung: Tresor und Schmuck im Kalscheurer Weiher entdeckt

Plastikstühle, Hundespielzeug, eine alte Flex-Schleifmaschine, ein Radiogerät, Ofenrohre, einen Verkehrsschildpfosten ohne Schild, mehrere Fahrradrahmen und insgesamt zwei Schubkarren voll sonstigem Unrat holten die Taucher aus dem Kalscheurer Weiher. Aber mit einem „Schatz“ hatte wohl keiner gerechnet.

Beim großen Saubermachen, das der Verein „Unser Kalscheurer Weiher“ organisiert hatte, fanden die Froschmänner auf dem schlammigen Grund des Gewässers zwei Taschen voller Schmuck. Auch Münzen, Ausweispapiere und andere persönliche Dokumente befanden sich in den Beuteln.

Polizei musste gerufen werden

Die Polizei kam, untersuchte den Fund und äußerte schnell den Verdacht, dass es sich dabei um Diebesgut handeln könnte. Die Beamten von der Inspektion II brachten die Fundsachen auf die Wache nach Sülz zur weiteren Begutachtung. Voraussichtlich werden sie dann an das Kriminalkommissariat für Einbrüche weiter gegeben.

Als erstes werde geprüft, ob sich der erste Verdacht bestätige, sagten die Beamten. Dann müsse anhand der Namen auf den Dokumenten nachgeforscht werden, ob jemand den Schmuck vermisse und Anspruch erhebe. Wenn sich kein Besitzer melde, gehöre der „Schatz“ theoretisch dem Finder, also dem Verein.

Von einem großen Wert geht Berthold Pelzer, der erste Vorsitzende des Vereins, allerdings nicht aus. Dem Anschein nach war es überwiegend Modeschmuck, der ins Wasser geworfen worden war. Dagegen könnte der Inhalt des verschlossenen Tresors von größerem Wert sein, der ebenfalls aus dem Wasser gezogen und der Polizei übergeben wurde. „Zum ersten Mal haben wir so intensiv im Weiher mit Tauchern sauber gemacht“, sagte Berthold Pelzer, der den Kopf schüttelte über die unverantwortlichen Entsorgungsmethoden mancher Menschen.

Dieter Körfgen von der VIP-Tauchschule hatte sich mit zwei jungen Kollegen ehrenamtlich ins Wasser begeben – „für den guten Zweck und einen Kaffee hinterher“, sagte er. Bei etwa 20 Grad liege derzeit die Temperatur, der Kalscheurer Weiher sei aufgeheizt. Deswegen sei auch der Algenteppich sehr groß und die Sicht auf dem Grund entsprechend eingeschränkt.

„Im Herbst und im nächsten Frühjahr werden wir uns bei weniger Algen noch mal auf die Suche machen“, sagte Dieter Körfgen. Die Taucher waren überwiegend im Bereich nahe dem Zollstocker Weg aktiv. Dort ist der Weiher nur rund 1,20 Meter tief.

Weiher muss saniert werden

Im Jahr 2008 war der Weiher umgekippt, und zahlreiche Schwäne, Enten und Graureiher verendeten. Zwei Jahre später wurde die Uferböschung mit Hilfe der Grün-Stiftung saniert.

Die Stadtentwässerungsbetriebe (Steb) wollen nun den 5,4 Hektar großen Weiher, der von 1928 bis 1932 gebaut wurde, für 190 000 Euro sanieren. Von Herbst 2018 an soll das Gewässer, das derzeit über einen Trinkwasserbrunnen gespeist wird, an einen Grundwasserbrunnen angeschlossen werden. „Das ist eigentlich ein kleiner Eingriff“, sagte Volker Lüdicke von der Steb, der an den Weiher gekommen war.

Möglicherweise könne der Grundwasserbrunnen auch schon im Frühjahr in Betrieb gehen, das hänge aber von der Dauer des Genehmigungsverfahrens ab. Insgesamt bauen die Stadtentwässerungsbetriebe demnächst acht Grundwasserbrunnen in Kölner Gewässern.

Umwälzpumpe ist defekt

Die bisherige Trinkwasserzufuhr ist teuer und eine Notlösung. Eigentlich sollte sich der Weiher selbst frisch halten mittels einer Umwälzpumpe, die mit einer Solaranlage angetrieben werden sollte. „Die Umwälzpumpe ist allerdings schon seit Jahren kaputt“, sagte Berthold Pelzer.

Der künftige Grundwasserbrunnen soll elektrisch betrieben werden. Dafür soll eine Stromtrasse verlegt werden. Wie genau der Verlauf der Trasse sein wird, sei aber noch offen, sagte Volker Lüdicke. Der Verein „Unser Kalscheurer Weiher“ hofft, dass sie bis zum Kiosk reichen wird. Bislang kommt dort der Strom von einem Generator....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta