Mütter empört über Aldis „Transgender“-Kinderbuch

Dieses Kinderbuch sorgte im Netz für Wirbel. Quelle: Wiki Commons

Aldi ist die jüngste Ladenkette, die in den sozialen Medien unter Beschuss gerät. Der Discounter wird von einigen Followern attackiert, weil er das Kinderbuch „The Boy in the Dress“ ins Sortiment aufnahm.

Der Roman von Komiker David Walliams sorgte bei einigen Kunden für Unmut, weil der Titel nahelegt, dass ein Junge ein Kleid trägt.

„Aldi – wir sind so enttäuscht über eure Entscheidung, ein Buch ins Sortiment aufzunehmen, das mit Transgenderismus bei Kindern zu tun hat! Offenbar ist es ab Mittwoch, dem 6. September verfügbar“, schrieb Kathryn Wooley und machte geschickt einige andere Shopper auf das genaue Datum des Verkaufsstarts aufmerksam – falls jemand von ihnen das Buch kaufen wollte.

„Wir würden euch bitten, eure Entscheidung zum Verkauf zu überdenken! Familie und Kinder müssen beschützt werden, besonders in Zeiten, wo manche Leuten sie sexualisieren wollen!“

„Wir bitten euch in dieser Sache euer Gewissen walten zu lassen!”

Der Beitrag entfachte eine gewaltige Diskussion. Quelle: Facebook

Kathryns Beitrag erhielt rasch Hunderte Antworten, von denen die meisten für Toleranz und Verständnis plädierten.

„Ich erlaube mir, zu widersprechen – gut so, ALDI!!!“, antwortete Lucy Clifford. „Wenn es Ihnen nicht gefällt, kaufen Sie es nicht… aber ich persönlich finde es toll – wenn es das „Schlimmste“ ist, dass meine Kinder sich nicht entsprechend der Gendernormen kleiden oder verhalten, werde ich wirklich eine glückliche Mutter sein. Und wenn diese Bücher einem Kind, das mit seiner Identität kämpft, Trost spenden kann (egal, ob es mein Kind ist oder Ihres), dann sind sie meiner Meinung nach ihr Gewicht in Gold wert…“

Andere dankten Kathryn für die Information, dass das Buch erhältlich sein wird.

„Danke für diesen Beitrag – ich kaufe selten bei Aldi ein, aber diese Woche muss ich unbedingt hingehen und hoffe, dass ich ein Exemplar dieses genialen Buches ergattern kann!“, schrieb Kris Marshall.

Es gab auch einige, die Kathryns Bedenken teilten.

„Als treuer Kunde bin ich extrem enttäuscht, dass ihr aktiv ein Buch mit dem Titel ‚The Boy in the Dress’ von David Walliams bewerbt“, schrieb George.

„Das ist beunruhigend. ALDI sollte sich darum kümmern, seinen Kunden hochwertige Produkte zu verkaufen und ein gutes Service zu bieten (was sie tun). Allerdings habt ihr jetzt eine Grenze überschritten. Es ist nicht eure Aufgabe, Minderjährigen sexuell verwirrendes Material anzupreisen. Aus Protest werde ich mich weigern, den kommenden Monat bei ALDI einzukaufen. Genau wie andere, die ich kenne.“

Georges Entscheidung wurde von einigen begrüßt.

„Bitte verlängere deinen Boykott auf mehr als einen Monat, dann muss ich keine Angst davor haben, jemandem wie dir über den Weg zu laufen, während ich meine Einkäufe erledige… und jetzt zurück mit dir in die 1920er“, schrieb Deb Butler.

Das Buch wurde 2014 mit Kate Moss und Jennifer Saunders fürs Fernsehen verfilmt.

Das Buch wurde 2014 verfilmt. Quelle: Wiki Commons

Aldi reagierte auf die Diskussion und sagte, das Buch werde in den Regalen bleiben.

„Bei ALDIs einzigartiger Auswahl an speziellen Angeboten gibt es oft sehr unterschiedliches Feedback“, teilte ein Sprecher der Kette Be in einer Stellungnahme mit.

„Wir haben nicht die Absicht, ‚The Boy in the Dress’ aus dem Verkauf zu nehmen. Das Buch erzählt die Geschichte von freier Meinungsäußerung und Toleranz. Es ist ein Teil einer Serie von David Walliams, dem drittgrößten Kinderbuchautor Australiens, und es ist bei vielen großen Einzelhandelsketten verfügbar.“

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