So zockt Ryanair seine Kunden bei der Sitzplatzvergabe ab

Dass auch Billigfliegen teuer werden kann, zeigt sich zum Beispiel bei Ryanair. (Bild: Getty Images)

Zusammen in den Urlaub fliegen? Für viele Paare und Freunde ist es da selbstverständlich, dass sie im Flugzeug nebeneinander sitzen können. Doch eine Umfrage zeigt: Die Billigfluglinie Ryanair reißt viele Reisegruppen auseinander, wenn diese nicht einen extra Aufschlag zahlen.

Es ist eine Umfrage, die den irischen Billigflug-Anbieter Ryanair nicht gerade positiv dastehen lässt. Die britische Luftfahrtbehörde Civil Aviation Authority (CAA) hat 4.000 Passagiere von unterschiedlichen Airlines befragt, die alle in einer Gruppe reisten, wie zufrieden sie mit der Sitzplatzvergabe waren. Dabei kam heraus, dass die Kunden von Ryanair am unzufriedensten sind.

35 Prozent der Befragten gaben an, bei Ryanair-Flügen nicht zusammengesessen zu haben. Das ist auch deshalb erstaunlich, weil das über den Zweitschlechtesten im Ranking, die Fluglinie Emirates, „nur“ 22 Prozent sagten. Die restlichen acht Fluglinien – darunter TUI Airways und Virgin Atlantic Airways – lagen in der Umfrage zwischen 12 und 18 Prozent.

Gruppen werden auf Ryanair-Flügen oft voneinander getrennt. Absichtlich? (Bild: AP Photo)

Eine Sitzplatzreservierung kostet bei Ryanair bis zu 20 Euro, etwa, wenn man mehr Beinfreiheit genießen will. Für die vorderen Sitze in der Kabine sind zwischen sieben und 17 Euro fällig. Wer den Mittelplatz in einer Sitzreihe vermeiden will, auf dem man zwischen zwei Personen sitzen muss, muss drei Euro Aufpreis entrichten.

Mit dieser Taktik fahren Fluglinien wie Ryanair aber offenbar ganz gut. Der Chef der CAA, Andrew Haines, sagt laut der britischen Zeitung „Telegraph“ dazu: „Die Untersuchung zeigt, dass die Unsicherheit darüber, ob die Gruppe von der Fluggesellschaft getrennt wird, die Verbraucher dazu bringt, für einen zugewiesenen Sitzplatz zu zahlen.“

Solche Aufpreise zu verlangen, ist nicht illegal und sei inzwischen Usus auf dem umkämpften Markt der Billigflieger. Die CAA will nun allerdings prüfen, ob Reisegruppen von Ryanair bewusst aufgeteilt werden, wenn sie keinen Sitzplatzaufpreis zahlen, obwohl eine Unterbringung nebeneinander möglich gewesen wäre.

Andrew Haines strebt mehr Transparenz bei dieser Praxis an: „Im Rahmen der Überprüfung werden wir die Fluggesellschaften dazu auffordern, Informationen über ihre Richtlinien und Praktiken zur Verfügung zu stellen. Wir werden prüfen, wie Fluggesellschaften entscheiden, wo Passagiere untergebracht werden sollen, die als Teil einer Gruppe gebucht haben.“