Zittern um Finale: "Positives Signal" für Hockenheim

Sven Haidinger
·Lesedauer: 4 Min.

Kann das DTM-Saisonfinale auf dem Hockenheimring am kommenden Wochenende trotz der ansteigenden Coronavirus-Infektionszahlen und des "Lockdown light" stattfinden? Diese Frage beschäftigte die DTM in den vergangenen Tagen und Wochen. Denn eine Absage hätte die DTM um die Titelentscheidung gebracht - und Rene Rast hätte somit kampflos seinen Titel verteidigt.

Doch jetzt gibt es gute Nachrichten aus Hockenheim. "Wir haben von der zuständigen Ordnungsbehörde signalisiert bekommen, dass das DTM-Wochenende unter den Bereich Profi- und Spitzensport fällt", erklärt Hockenheimring-Geschäftsführer Jorn Teske im Gespräch mit 'Motorsport.com'. "Daher kann man davon ausgehen, dass es stattfindet. Der Aufbau läuft bereits. Jetzt freuen wir uns auf ein hoffentlich spannendes Finale."

Mit Spannung hatte man auf die neue Verordnung gewartet, die am 28. Oktober beschlossen wurde und seit Montag in Kraft ist. Der Entschluss der Ministerpräsidentenkonferenz, der Profisportveranstaltungen ohne Zuschauer erlaubt, musste aber erst in Landesverordnungen gegossen werden und wurde dem Veranstalter am Sonntag mitgeteilt.

Warum Ordnungsamt Hockenheim das letzte Wort hatte

"Das hat uns ein Stückweit mehr Gewissheit gegeben", sagt Teske. Dennoch liegt es am Ende im Ermessen der zuständigen Ordnungsbehörde - in diesem Fall das Ordnungsamt Hockenheim -, ob die Verordnung auch für das DTM-Wochenende gilt. "Und erst wenn wir von der zuständigen Behörde das Okay bekommen, dann ist es wirklich okay", stellt der Hockenheimring-Geschäftsführer klar.

Um diesbezüglich keine bösen Überraschungen zu erleben, sei man ständig in Kontakt mit den Behörden gewesen. "Und wir sind immer davon ausgegangen, dass das Rennwochenende stattfindet", ergänzt Teske. Auch die Tatsache, dass die Corona-Sportverordnung weiterhin gültig ist, sei dafür grundlegend, denn sie ermöglicht eine Austragung mit einem entsprechenden Hygienekonzept, das von der ITR stammt.

Nur "Business Essentials" erlaubt

Wie bereits in Zolder, wo wegen der Einstufung Belgiens als Risikogebiet nur die sogenannten "Business Essentials" erlaubt waren, werden auch beim Saisonfinale nur Leute Zugang haben, die für eine Durchführung der Veranstaltung notwendig sind. Zuschauer sind nicht erlaubt.

"Wir sind damit gut gefahren", so ITR-Geschäftsführer Marcel Mohaupt auf Anfrage von 'Motorsport.com'. "Natürlich stehen wir mit dem lokalen Veranstalter und den Behörden für das Hockenheim-Event in direktem und intensivem Austausch. Und wir beobachten die Lage vor Ort entsprechend genau."

Da das DTM-Wochenende in Hockenheim als Spitzensport-Veranstaltung eingestuft wird, sieht es auch danach aus, dass die Rahmenserien GTC-Race und DTM-Trophy stattfinden können.

Kubica: "Hoffentlich keine bösen Überraschungen"

Wie die DTM-Piloten die aktuelle Ungewissheit wegen der ansteigenden Coronavirus-Infektionen erleben? "Ich hoffe, dass wir fahren", meinte ART-BMW-Pilot Robert Kubica am Montag. "Ich hoffe, dass wir keine bösen Überraschungen erleben werden und das Rennwochenende nicht betroffen ist - und wir eine gute Show liefern können."

Der Pole, der dieses Jahr als Alfa-Romeo-Testfahrer auch Stammgast im Formel-1-Fahrerlager war, lobt das Hygiene- und Sicherheitskonzept der ITR. "Die ITR und alle, die an der Organisation im Fahrerlager beteiligt sind - auch die Streckenposten und die Teams - nehmen das wirklich sehr ernst", so Kubica. "Und die DTM hat das wirklich gut hinbekommen. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir eine der ersten Serien im Motorsport waren, die Anfang Juni einen offiziellen Test an der Strecke durchgeführt hat."

In der Formel 1 seien die Regeln "ein bisschen anders, aber auch dort wird das sehr ernst genommen", sagt er. BMW-Pilot Sheldon van der Linde, der eben erst BMW-Kollege Nick Yelloly nach dem positiven Coronatest beim GT-Masters-Wochenende auf dem Lausitzring ersetzt hatte, zweifelte nicht an der Austragung des DTM-Saisonfinales.

Viel Lob für ITR-Sicherheitskonzept

"Soweit wurde es ja von der ITR bestätigt, dass alles auf Schiene ist", meinte der Südafrikaner. "Ich sehe also keine Gefahr, dass es nicht stattfinden könnte. Wenn wir die Regeln wie bislang während der Saison weiter einhalten, dann sollte es keine Probleme geben, was eine Absage oder so angeht." Auch er bedankt sich bei der ITR für die "großartige Arbeit", was das Sicherheitskonzept angeht.

Bislang hat es tatsächlich bei den Teams und beim in der Organisation tätigen Personal keinen einzigen Corona-Fall gegeben. "Die eingeführten Regeln sind gut - und ich bin froh, dass wir in die Saison gestartet sind und sie hoffentlich auch dieses Wochenende beenden werden", so van der Linde.

WRT-Audi-Pilot Ferdinand Habsburg sieht die Situation ähnlich wie seine Kollegen, kann es aber nicht mehr erwarten, endlich wieder zur Normalität zurückzukehren. "Wir müssen froh sein, dass es diese Vorsichtsmaßnahmen gibt, damit wir in nicht allzu ferner Zukunft zur Normalität zurückkehren können. So war es möglich, dass es mit dem Motorsport überhaupt weitergeht."

Er freue sich aber bereits "sehr auf die Zeit, wenn wir endlich nicht mehr alle Masken tragen müssen. Denn das würden bedeuten, dass wir es überstanden haben und das Virus weg ist. Ich freue mich auf eine Zukunft mit vollen Tribünen, einem vollen Fahrerlager und der Möglichkeit, dass man endlich wieder die Gesichter und das Lächeln der Menschen sieht. Und man auch wieder alles riechen wird, weil man nicht ständig dieses Maske aufhat."

Mit Bildmaterial von Audi.