„Ziemlich beleidigend“: Ex-General kritisiert Trumps Thanksgiving-Gruß ans US-Militär scharf

US-Präsident Donald Trump in seinem Anwesen Mar-a-Lago während einer Videokonferenz. (Bild: AP Photo)

Zu Thanksgiving schickte US-Präsident Donald Trump einen Gruß an die Truppen in Übersee. Doch was er in seiner Ansprache sagte, ist laut einem Ex-General eine Beleidigung für alle Soldaten im Einsatz.

In seinem Privatdomizil Mar-a-Lago hat Donald Trump am 23. November, dem Tag des Erntedankfestes in den USA, via Videokonferenz mit US-Truppen gesprochen. Zu den zugeschalteten Marinesoldaten im Irak sagte er unter anderem, dass deren Siegeszug gegen den Islamischen Staat (IS) einem Kurswechsel zu verdanken sei, den er eingeleitet habe. In Washington werde viel darüber gesprochen, so Trump.

„Wir gewinnen wirklich. Wir wissen, wie man gewinnt, aber wir müssen euch gewinnen lassen. Man hat euch früher nicht gewinnen lassen, man ließ euch nur gleichziehen“, sagte Trump und fügte hinzu: „Wir lassen euch gewinnen.“ Trump spielte damit auf die Politik seines Vorgängers Barack Obama an. Dieser habe seiner Meinung nach keinen wirklichen Sieg gegen den IS gewollt.

Für Mark Hertling, Leutnant General im Ruhestand, hat Trump nicht die passenden Worte gewählt. Dem Fernsehsender „CNN“ sagte Hertling: „Man spricht mit Soldaten und Militärpersonal in der ganzen Welt, die seit 17 Jahren in diesem Konflikt tätig sind. Auf einmal gesagt zu bekommen, dass sie nun plötzlich gewinnen, das früher aber nicht getan hätten, ist ziemlich beleidigend.“

Mark Hertling 2011 mit der damaligen First Lady Michelle Obama. (Bild: ddp Images)

Zwar sei Hertling froh darüber, dass Trump sich persönlich an die Soldaten gewandt habe. „Wäre ich allerdings stationierter Soldat, dann hätte ich diese Botschaft, die ich gehört habe, nicht so gut aufgenommen.“

In der Videokonferenz sprach Trump außerdem über die wirtschaftliche Entwicklung der USA. Auch diesen Punkt kritisierte der Ex-General: „Die Kommentare über die Wirtschaft und an welchen Stellen die Wirtschaft wächst – stationierte Soldaten wollen darüber nichts hören, die wollen ein Dankeschön hören.“

Hertling äußerte sich zudem kritisch darüber, dass Trump bis heute noch keinen US-Militärstützpunkt in einem Konfliktgebiet besucht habe, was Präsidenten vor ihm nach einem Jahr Amtszeit sehr wohl bereits getan hätten.