Ziege über BVB-Debakel: "Ich war schockiert"

Christian Ziege trainierte in der Bundesliga Borussia Mönchengladbach

Christian Ziege hat harte Kritik an der Verfassung von Borussia Dortmund geübt.

"Ich war schockiert. Ich habe mir früher oft Dortmund angesehen, weil sie attraktiv gespielt haben. Aber gestern war davon nichts zu sehen", sagte der Ex-Nationalspieler im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 zur Vorstellung des BVB beim 0:6 in München.

Die Talfahrt wollte er allerdings nicht an Trainer Peter Stöger festmachen. "Ich finde, die Spieler müssen sich jetzt hinterfragen. Was sie da abgeliefert haben, auch zuvor in der Europa League, das kann mir als Spieler doch nicht gefallen", erklärte Ziege.

"Das einfachste ist im Fußball, dass du zumindest den Willen hast und es probierst. Aber wenn es immer wieder vorkommt, dann stimmt irgendwas nicht. Keiner wehrt sich."

Nur Reus übernimmt Verantwortung

Offenbar fehle es dem Kader an Führungspersönlichkeiten, nur der am Samstag fehlende Marco Reus sei da eine Ausnahme, so Ziege weiter:

"In Reus übernimmt nur eine Person Verantwortung. Und wenn die nicht spielt, laufen da elf Spieler wild rum. Das kann nicht sein."

Ähnlich bewertet der frühere Mönchengladbacher Bundesligacoach Andre Schubert die Situation. "Man erwartet mit so einem Kader mehr Dominanz. Schwer erklärbar ist die mangelnde Aggressivität. Es gab keinen Spieler, der vorangegangen ist", sagte er.


Diskussion um Castros frühe Auswechslung

Daher kann Schubert die frühe Auswechslung von Gonzalo Castro schon nach 29 Minuten nachvollziehen:

"Er weiß selber dass er ein schlechtes Spiel gemacht hat. Der Trainer muss da einfach reagieren. Jeder im Stadion hat gesehen, dass es nicht funktioniert hat. Aber es geht nicht darum, einen Schuldigen zu finden."

Ziege war in diesem Punkt allerdings anderer Meinung: "Ich fand es nicht so positiv. Er hat nicht gut gespielt, aber ihn nach 30 Minuten zum Sündenboch zu machen, finde ich nicht in Ordnung. Stöger hätte jeden anderen auch rausnehmen können. Entweder nimmt er alle raus oder keinen."

Schubert: Keine Zukunft für Stöger beim BVB

Positiv bewertete der frühere Profi den neuen Job von Matthias Sammer als Berater beim BVB: "Es ist ja keine große Neuerung. Das haben andere Vereine auch schon gemacht. Es braucht im Klub eine Diskussion. Sammer weiß ganz genau, was zu tun ist."


Derweil sieht Schubert keine Zukunft für Stöger als Borussen-Coach. "Nach der ganzen Entwicklung jetzt wird es schwierig für Stöger. Ich denke, dass Dortmund im Sommer eine Veränderung herbeiführen wird", sagte er.