Zidane-Nachfolger Julen Lopetegui als neuer Trainer bei Real Madrid offiziell vorgestellt: "Wir wollen alles gewinnen"

1 / 2

Für 230 Millionen Euro? Real Madrid will wohl Alisson und Milinkovic-Savic

Julen Lopetegui will wohl Alisson Becker und Sergej Milinkovic-Savic zu Real Madrid lotsen. Dafür könnten rund 230 Millionen Euro fällig werden.

Julen Lopetegui hatte Tränen in den Augen, als er einen Tag nach seiner Entlassung als spanischer Nationaltrainer in seiner Heimat vor die Mikrofone trat. "Am Mittwoch war der traurigste Tag seit dem Tod meiner Mutter, heute ist der glücklichste", sagte der 51-Jährige im Blitzlichtgewitter der Fotografen bei seiner Vorstellung als Chefcoach des Champions-League-Siegers Real Madrid sichtlich angefasst.

Auf Lopetegui wartet die Aufgabe seines Lebens, und die Herausforderung, an die Erfolge seines Vorgängers Zinedine Zidane anknüpfen zu müssen. Der Franzose hatte die Königlichen dreimal nacheinander zum Triumph in der Königsklasse geführt, ehe er überraschend zurücktrat. "Wir wollen mit Real alles gewinnen, und wir haben das Zeug, dies auch zu schaffen", sagte Lopetegui selbstbewusst.

Real Madrid: Lopetegui hofft, dass Cristiano Ronaldo bleibt

Er hofft, dass er dafür weiterhin auf Weltfußballer Cristiano Ronaldo bauen kann: "Cristiano ist der Spieler, den ich immer an meiner Seite haben möchte." Zuletzt hatte es wiederholt Gerüchte gegeben, der portugiesische Superstar wolle die Galaktischen verlassen.

Erst am Dienstag hatte Real die Verpflichtung des Fußballlehrers, der am 22. Mai seinen Vertrag beim spanischen Verband RFEF vorzeitig bis 2020 verlängert hatte, zur neuen Saison bekannt gegeben. Der spanische Rekordmeister überrumpelte damit den Verband, der sich gezwungen sah, die Reißleine zu ziehen und sich von Lopetegui zu trennen.

Nachfolger des Coaches im Team des Weltmeisters ist der bisherige Verbands-Sportdirektor Fernando Hierro. Diesem drückt der Real-Coach die Daumen: "Ich werde jetzt Spanien anfeuern. Ich bin überzeugt, dass sie eine großartige WM spielen, und ich fühle mich immer noch als Teil des Teams."

Es war eine emotionale Angelegenheit für Lopetegui, das sah man ihm an. "Ich freue mich, jemanden präsentieren zu können, der dieses Haus bestens kennt", sagte Präsident Florentino Perez. Im Beisein der Familie Lopeteguis hatte der Real-Boss dem neuen Trainer zuvor ein weißes Real-Trikot mit dem Namen des Coaches vor den 13 von den Königlichen errungenen Europapokalen der Landesmeister überreicht.

Perez: Real Madrid wollte Spaniens Nationalmannschaft "nicht verunsichern"

Perez nahm seinen neuen Angestellten in Schutz. Von fehlender Loyalität des Fußballlehrers gegenüber dem spanischen Verband könne keine Rede sein, so Perez: "Wir haben in wenigen Stunden eine Übereinkunft erzielt und wollten zu schnell wie möglich mit Transparenz vor dem WM-Start für Klarheit sorgen. Es lag uns fern, unsere Nationalmannschaft zu verunsichern."

Unter großem medialen Interesse wurde Lopetegui vorgestellt. Dutzende TV-Teams und rund 70 Reporter hatten sich im Ehrengastbereich des Estadio Santiago Bernabeu am Donnerstagabend eingefunden, um der Präsentation beizuwohnen. Der neue Chefcoach erhält einen Dreijahresvertrag und soll angeblich zwei Millionen Euro Ablöse gekostet haben.

Zidane hatte eine Woche nach dem 3:1-Endspielsieg gegen den FC Liverpool in der Königsklasse seinen überraschenden Abschied verkündete. Lopetegui kehrt zu dem Verein zurück, für den er einst als Ersatztorwart, in der Scouting-Abteilung und als Coach der zweiten Mannschaft tätig war.