ZEW-Konjunkturindikator für China steigt kräftig

MANNHEIM/SHANGHAI (dpa-AFX) - In China scheint sich nach dem schweren Konjunktureinbruch wegen der Corona-Pandemie eine deutliche Erholung anzubahnen. Ein vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim und von der Fudan Universität in Shanghai ermittelter Konjunkturindikator ist kräftig gestiegen. Das China Economic Panel (CEP) legte im April im Vergleich zum Vormonat um 25,4 Punkte auf 36,5 Punkte zu, wie das Forschungsinstitut und die Universität am Dienstag mitteilten.

Der Indikator bildet die Konjunkturerwartungen der befragten Experten für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt auf Sicht von zwölf Monaten ab. Er basiert auf einer monatlichen Umfrage unter internationalen Finanzmarktexperten, die in der Zeit vom 15. April bis 22. April durchgeführt wurde. Allerdings wird die aktuelle wirtschaftliche Lage in China noch als schwach eingeschätzt. Daher erwarten die befragten Experten für das zweite Quartal, also für die Monate April bis Juni, ein für China ungewöhnlich geringes Wachstum von 2,0 Prozent.

Im dritten Quartal soll die Wirtschaftsleistung Chinas dann allerdings wieder an Kraft gewinnen, wobei die befragten Experten von einem Wachstum um 4,2 Prozent ausgehen. Für das gesamte Jahr erwarten sie eine Zunahme der Wirtschaftsleistung um 3,4 Prozent.

Im ersten Quartal war Chinas Wirtschaft wegen der harten Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus in weiteren Teilen des Landes um 6,8 Prozent eingebrochen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte Mitte April für das Gesamtjahr nur ein Wachstum von 1,2 Prozent prognostiziert.