Zeugnis: Zwei Bayern-Stars enttäuschten auf ganzer Linie

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Zeugnis: Zwei Bayern-Stars enttäuschten auf ganzer Linie
Zeugnis: Zwei Bayern-Stars enttäuschten auf ganzer Linie

Raus im Achtelfinale! Die EM verlief für die deutsche Nationalmannschaft brutal enttäuschend. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw holte nur einen Sieg in vier Spielen.

Welcher von den eingesetzten Spielern aus dem 26er-Kader enttäuschte, wer macht Hoffnung für die Zukunft? SPORT1 stellt den DFB-Stars ein Turnier-Zeugnis aus.

MANUEL NEUER (4 Einsätze, 360 Minuten): Bittere EM für den Welttorhüter! Sieben Mal musste er hinter sich greifen. In jedem Spiel bekam er mindestens ein Gegentor. Gab vor allem beim 2:2 gegen Ungarn eine unglückliche Figur ab. Wurde allerdings auch oft von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. SPORT1-Note: 4

TONI KROOS (4 Einsätze, 360 Minuten): In seinem wohl letzten Turnier war Kroos nur Durchschnitt. Ihm unterliefen ungewöhnlich viele Fehlpässe, zudem waren seine Freistöße total harmlos. Was allerdings gut war: Der Real-Regisseur nahm den Kampf an und überzeugte durch eine starke Zweikampfführung. Das hat man von ihm im DFB-Dress nicht immer so gesehen. SPORT1-Note: 4

ANTONIO RÜDIGER (4 Einsätze, 360 Minuten): Der Chelsea-Star hatte nur ein gutes Spiel - gegen Portugal war er Antreiber, Kämpfer und Motivator. Konnte seine starken Leistungen aus dem Verein sonst aber nicht bestätigen. Er wackelte und gab der Abwehr kaum Halt. Im Frankreich-Spiel (0:1) und auch gegen England (0:2) hing er bei den Gegentoren entscheidend mit drin. Schade! SPORT1-Note: 5

Kimmich fühlte sich rechts hinten nicht wohl

JOSHUA KIMMICH (4 Einsätze, 360 Minuten): Weinte nach dem EM-Aus gegen England bitterlich. Auf ungewohnter Position hinten rechts fühlte sich der Bayern-Antreiber einfach nicht wohl. Hing bei einigen Gegentoren mit drin und konnte offensiv kaum Akzente setzen. Überzeugte nur beim Portugal-Sieg, als er zwei Treffer direkt vorlegte. Bei dieser EM hatte er sich mehr vorgenommen, er wollte unbedingt den Titel holen. SPORT1-Note: 4

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MATTHIAS GINTER (4 Einsätze, 347 Minuten): Spielte über weite Strecken sehr solide. Zog er anfangs noch Kylian Mbappé und Cristiano Ronaldo den Zahn, ließ der Gladbacher in den folgenden Spielen zunehmend nach. SPORT1-Note: 3,5

MATS HUMMELS (4 Einsätze, 332 Minuten): Eine unglückliche EM für den Rückkehrer. Ins Turnier startete er mit einem Eigentor. Hummels steckte aber nicht auf und hängte sich voll rein. Seine Monstergrätschen gegen Kylian Mbappé und Harry Kane bleiben hängen. Spielte mit viel Wille und Leidenschaft, konnte das enttäuschende Achtelfinal-Aus aber auch nicht abwenden. SPORT1-Note: 3,5

ROBIN GOSENS (4 Einsätze, 319 Minuten): Deutschlands neuer Liebling! Bester Mann gegen Frankreich, bester Mann gegen Portugal (zwei Vorlagen, ein Tor). Danach baute der Bergamo-Star, der gerne in die Bundesliga wechseln würde, aber stark ab. Gegen Ungarn schwach. In Wembley ging er wie seine Mitspieler unter, weil ihm ein Infekt die notwendige Kraft raubte. SPORT1-Note: 3

Havertz bester Deutscher des Turniers

KAI HAVERTZ (4 Einsätze, 304 Minuten): Schoss zwei Tore und war bester Deutscher bei diesem Turnier! Der Chelsea-Held brauchte allerdings eine Weile, um ins Turnier zu kommen. Nach seinem Stotterstart gegen Frankreich trumpfte er gegen Portugal auf. Ohne seinen wichtigen Kopfball-Treffer gegen Ungarn wäre die Mannschaft schon in der Vorrunde rausgeflogen. Beim bitteren Achtelfinal-Aus in Wembley war er der einzige DFB-Star, der Offensivgefahr ausstrahlte. SPORT1-Note: 2,5

THOMAS MÜLLER (4 Einsätze, 293 Minuten): Tragische Figur! Rannte in der Schlussphase in Wembley alleine auf das England-Tor zu, schoss den Ball aber daneben. Ein Moment, der den Bayern-Star "nachts um den Schlaf" bringen würde, wie er selbst meinte. Sein EM-Fluch hält an: 15 Spiele ohne Treffer. Bitter! Der Rückkehrer war trotzdem wichtig für das deutsche Spiel. Ging viele Wege und war stets Antreiber und Motivator. SPORT1-Note: 4

SERGE GNABRY (4 Einsätze, 250 Minuten): Ein ganz schwaches Turnier des Dribbelkünstlers. Gnabry hatte keine einzige Torbeteiligung und enttäuschte auf ganzer Linie. Dieser Auftritt sollte ihm zu denken geben. Hansi Flick muss ihn jetzt aufbauen. SPORT1-Note: 5

ILKAY GÜNDOGAN (3 Einsätze, 221 Minuten): Es bleibt dabei - im DFB-Trikot kann der Mittelfeldspieler einfach nicht überzeugen. Spielte eine Weltklasse-Saison bei Manchester City, konnte an diese Form aber leider nicht anknüpfen. Liegt aber zum Teil auch daran, dass er unter Löw eine viel defensivere Rolle als unter Pep Guardiola spielte. SPORT1-Note: 5

Goretzka wurde zu spät fit

LEON GORETZKA (3 Einsätze, 139 Minuten): Wurde leider zu spät fit. Einen Goretzka in Top-Form hätte die Mannschaft bereits im ersten Spiel gebrauchen können. Der Bayern-Star wendete mit seinem 2:2-Kracher gegen Ungarn ein peinliches Vorrunden-Aus ab. Gegen England machte er einen guten Job. Kein Wunder, dass er noch während des Turniers Anfragen von Top-Klubs aus der Premier League bekommen hat. Er ist der DFB-Mann der Zukunft. SPORT1-Note: 3

LEROY SANÉ (4 Einsätze, 112 Minuten): Diese EM lief an ihm vorbei. Dem Techniker fehlte Selbstvertrauen und der nötige Biss. Fiel schon in der Vorbereitung mit lustlosen Auftritten negativ auf. Von den eigenen Fans erntete er im Spiel gegen Ungarn in München sogar Pfiffe. Für ihn gilt das Gleiche wie für Gnabry: Flick muss ihn jetzt hinbiegen. SPORT1-Note: 5

TIMO WERNER (3 Einsätze, 107 Minuten): Was wäre gewesen, wenn er im Achtelfinale gegen England in der ersten Halbzeit nicht an Jordan Pickford gescheitert wäre? Mit viel Selbstvertrauen macht ein Stürmer den. Werner kam bei dieser EM meist nur von der Bank. Gegen Portugal spielte er gar nicht. Insgesamt ein enttäuschendes Turnier von ihm. SPORT1-Note: 5

EMRE CAN (3 Einsätze, 33 Minuten): Der BVB-Star kam nur zu drei Kurzeinsätzen. Sein großer Kampfgeist hätte dem Team vielleicht im einen oder anderen Spiel gutgetan. Keine Benotung.

Musiala gehört die Zukunft

MARCEL HALSTENBERG (1 Einsatz, 28 Minuten): Der Leipziger kam bei seinem ersten großen Turnier nur zu einem Einsatz. Beim 2:4-Gegentreffer gegen Portugal stand er zu weit von Vorlagengeber Ronaldo weg. Keine Benotung.

NIKLAS SÜLE (1 Einsatz, 17 Minuten): Spielte nur gegen Portugal und machte es in der kurzen Zeit ordentlich. Er muss weiterhin an seiner Physis arbeiten. Keine Benotung.

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KEVIN VOLLAND (2 Einsätze, 10 Minuten): Nach über fünf Jahren war er wieder beim DFB-Team dabei. Volland kam nur zu zwei Kurzeinsätzen und fiel nicht weiter auf. Keine Benotung.

JAMAL MUSIALA (2 Einsätze, 8 Minuten): Ihm gehört die Zukunft. Der Shooting-Star verzückte die Fans in seinem Zwölf-Minuten-Einsatz gegen Ungarn, als er Gegenspieler Attila Fiola austanzte und das 2:2 vorbereitete. Auf ihn wird Flick sicher setzen. Keine Benotung.

Kamen nicht zum Einsatz: Jonas Hofmann, Christian Günter, Lukas Klostermann, Florian Neuhaus, Robin Koch, Bernd Leno und Kevin Trapp.

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