Zeugenaussagen im Prozess: Dreifachmordprozess: "Er hat gesagt, er sieht den Teufel"

Der Angeklagte Jan G. ist wegen dreifachen Mordes angeklagt (Archiv)

Frankfurt (Oder).  Wenn einige Ärzte und Psychologen im Fall des 24-jährigen Jan G. nur annähernd so viel Intuition wie der 52-jährige Ronald K. gehabt hätten, wäre vermutlich einiges nicht passiert: Eine Seniorin wurde bestialisch umgebracht, zwei Polizisten von einem Auto regelrecht zerschmettert. Täter – das ist unstrittig – ist Jan G., der sich vor einem Schwurgericht in Frankfurt (Oder) wegen dreifachen Mordes verantworten muss.

Ronald K. ist kein Arzt oder Psychologe, er ist Elektriker. Am 28. Fe­bruar arbeitete er mit einem Kollegen in einem Einfamilienhaus in Müllrose (Oder-Spree). Sie mussten im Flur und im Bad zwei Lampen montieren. Anwesend waren die Eigentümerin des Hauses, Marianne G., die an diesem Tag ihren 79. Geburtstag feiern wollte, und ihr Enkel Jan G., den sie aufgenommen hatte, nachdem ihn keiner mehr haben wollte.

Höflich zu den Handwerkern, unfreundlich zur Großmutter

Jan G. sei bei einem früheren Treffen "adrett gekleidet" gewesen, habe gepflegt gewirkt "mit seinem gegelten Haar", erinnerte sich Ronald K. am Freitag bei seiner Zeugenaussage vor dem Schwurgericht. Im Februar habe er dann jedoch einen ganz anderen Jan G. erlebt: unruhig, nervig, hyperaktiv, leicht reizbar – was aber nur die Großmutter betraf, zu den Handwerkern war er "schon fast übertrieben höflich".

Ronald K. war zunächst am 23. Februar in dem Haus und hatte die kaputte Lampe im Bad demontiert. Jan G. sei dazugekommen und "sehr um Freundlichkeit bemüht" gewesen. Der Elektriker empfand das aber als aufgesetz...

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