Zeitung: Fast 40 Frauen werfen US-Regisseur Toback sexuelle Belästigung vor

Toback soll dutzende Frauen belästigt haben

Der Belästigungsskandal in Hollywood weitet sich aus: Fast 40 Frauen haben nun auch dem US-Regisseur James Toback einem Bericht zufolge sexuelle Belästigung vorgeworfen. Laut einem Artikel der Zeitung "Los Angeles Times" vom Sonntag (Ortszeit) näherte Toback sich den 38 Frauen etwa mit dem Versprechen an, sie berühmt zu machen, und belästigte sie dann in vorgeblich professionellen Situationen. Die berichteten Vorfälle erstrecken sich über Jahrzehnte.

Dem Bericht zufolge befragte er die Frauen etwa in Schauspielvorsprechen zu ihrem Masturbationsverhalten oder ihrer Schambehaarung. "Er sagte, er würde nichts mehr lieben, als zu masturbieren, während er mir in die Augen sieht", erzählte die heutige Musikerin Louise Post. Sie traf Toback demnach 1987 während ihres Studiums.

Nur sieben der 38 Frauen hätten für den Artikel auf ihre Anonymität bestanden. Keine von ihnen habe sich mit den Anschuldigungen an die Polizei gewandt, berichtete die Zeitung weiter.

Der heute 72-jährige Regisseur wies demnach sämtliche Vorwürfe von sich. Er gab dem Bericht zufolge an, die Frauen nie getroffen zu haben - und wenn doch, dann "nur für fünf Minuten", an die er sich nicht erinnern könne. Sein jüngster Film "The Private Life of a Modern Woman" feierte in diesem Jahr auf dem Filmfestival von Venedig Premiere, Sienna Miller war in der Hauptrolle.

Der Belästigungs- und Vergewaltigungsskandal um Hollywood-Produzent Harvey Weinstein hatte einen Aufschrei auf der gesamten Welt ausgelöst, zehntausende Frauen berichten seitdem in sozialen Netzwerken unter dem Schlagwort "MeToo" (Ich auch) über ihre Erfahrung mit sexuellen Übergriffen. Dutzende Frauen hatten zuvor dem lange sehr einflussreichen Weinstein sexuellen Missbrauch und in einigen Fällen sogar Vergewaltigung vorgeworfen.