Darum zeigt das ZDF erstmals eine Serie nicht im TV zu Ende

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Ein Novum beim ZDF: Der Sender zeigt mit
Ein Novum beim ZDF: Der Sender zeigt mit

 

Haben die Mediatheken das Live-Fernsehen schon "überflügelt"? Mit "Westwall" zeigt das ZDF zum ersten Mal eine Serie im linearen Modus nicht zu Ende, sondern verweist nach zwei Folgen auf die Mediathek. Ein Modell, das wohl Schule machen wird.

Die ZDF-Event-Serie "Westwall" erzählt über sechs Folgen die Geschichte einer jungen Polizeischülerin (Emma Bading), die in Nazi-Intrigen verwickelt wird und einen irren Trip in die eigene Vergangenheit unternehmen muss. Ähnlich ungewöhnlich wie der Inhalt des Coming-of-Age-Polit-Thrillers ist auch sein Ausstrahlungsmodus, denn erstmals in der Geschichte des ZDF wird eine Serie im Hauptprogramm nur "angespielt". Wer danach weiterschauen will, muss dies in der Mediathek tun.

Dort stehen alle sechs Folgen "Westwall" ab Samstag, 20. November, zum Streamen bereit. Im linearen Hauptprogramm kann man die Miniserie am Samstag, 27. November 2021, um 21.45 Uhr sehen - allerdings nur die Folgen eins und zwei. Und um es noch komplizierter zu machen: Wer "linear" weiterschauen möchte, dem bleibt noch eine Möglichkeit über ZDFneo. Dort wird am Dienstag, 7. Dezember und Mittwoch, 8. Dezember, jeweils um 21.45 Uhr, die Serie noch einmal komplett gezeigt, jeweils drei Folgen pro Abend.

Serien-Power und Stars für die Mediathek: Verfassungsschützer Florian Keppler (Devid Striesow, links) gibt Nick (Jannik Schümann) Anweisungen, wie er sich bei Julia verhalten soll. Doch wer spielt hier welches Spiel? (Bild: ZDF / Krzysztof Wiktor)
Serien-Power und Stars für die Mediathek: Verfassungsschützer Florian Keppler (Devid Striesow, links) gibt Nick (Jannik Schümann) Anweisungen, wie er sich bei Julia verhalten soll. Doch wer spielt hier welches Spiel? (Bild: ZDF / Krzysztof Wiktor)

 

Ein Modell für die Zukunft?

Das ZDF bestätigte auf Nachfrage, dass der Ausstrahlungsmodus von "Westwall" durchaus ein Modell der näheren Zukunft sein könnte: "'Westwall' ist das erste Programm, das geplant im linearen Hauptprogramm in der Primetime gestartet wird, um mit diesem Anschub in der Mediathek und kurz darauf bei ZDFneo seine Qualitäten als hochspannende, Binge-fähige Event-Serie voll ausspielen zu können", erklärte Jeffrey Haverkamp, Leiter der ZDF-Planungsredaktion.

Die Begründung für den ungewöhnlichen Schritt: "Das ZDF setzt dabei bewusst auf die in diesem Jahr beständig und stark gestiegene Nutzung seiner Mediathek auch durch jüngere Userinnen und User. Inwieweit dieses Planungsmodell künftig häufiger zum Einsatz kommt, wird nicht zuletzt von den Erfahrungen mit 'Westwall' abhängen."

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