Zehntausende Unterstützer des Militärs demonstrieren in Myanmar

Demonstranten unterstützen Militär in Myanmar

In Myanmar haben zehntausende Unterstützer des Militärs demonstriert, das weltweit für sein gewaltsames Vorgehen gegen die Rohingya-Minderheit in der Kritik steht. Die Demonstranten in der Stadt Rangun spielten am Sonntag Militärmärsche und priesen Armeechef Min Aung Hlaing auf Transparenten.

Der 64-jährige ehemalige Unteroffizier Kyaw Than sagte etwa, die Armee "beschützt das gesamte Land". Anschuldigungen, Soldaten hätten Angehörige der Rohingya vergewaltigt, getötet sowie ihre Häuser in Brand gesetzt, seien "nicht wahr".

Der Konflikt zwischen der mehrheitlich buddhistischen Bevölkerung und der muslimischen Minderheit in Myanmar war Ende August eskaliert, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und dutzende Sicherheitskräfte töteten. Myanmars Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt. Hunderte Menschen wurden getötet, ihre Häuser niedergebrannt, mehr als 600.000 Menschen flüchteten ins benachbarte Bangladesch. Die UNO stufte das Vorgehen der Armee gegen die Rohingya als ethnische Säuberungen an.

Myanmar wurde jahrzehntelang von einer Militärjunta beherrscht. Der von der Junta im Herbst 2010 eingeleitete demokratische Übergang mündete 2015 in die ersten freien Parlamentswahlen, aus denen die Nationale Liga für Demokratie (NLD) als klare Siegerin hervorging. Das Militär behielt aber bedeutenden Einfluss und genießt weiterhin Rückhalt in Wirtschaft und Politik.