Zehntausende Menschen fliehen vor Buschfeuern in Kalifornien

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Feuerwehrmann im Kampf gegen die Flammen in Kalifornien

Nach verheerenden Buschbränden im südkalifornischen Ventura County lodern Feuer nun auch nahe der Metropole Los Angeles. Die Behörden forderten die Bewohner mehrerer Stadtteile am Mittwoch dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen.

Die Großstadt lag wegen der großflächigen Waldbrände, die seit Montag im benachbarten Ventura County wüten, bereits unter dichtem Rauch. Über Nacht bildeten sich unter anderem im bekannten Reichenviertel Bel Air im Norden von Los Angeles ebenfalls Brände, die sich schnell verbreiteten. Winde mit Geschwindigkeiten von 40 Kilometern pro Stunde könnten laut Wetterprognosen die Verbreitung weiter beschleunigen.

Die Behörden sperrten die Schnellstraße 405, eine der Hauptverkehrsadern Kaliforniens. Von den Flammen bedroht ist auch das berühmte Kunstmusem Getty Center. Die Kunstwerke würden durch Luftfiltersysteme vor dem Rauch geschützt, teilte das Museum im Kurzbotschaftendienst Twitter mit.

Unterdessen sind die Brände in Ventura County weiterhin nicht unter Kontrolle. Nach Angaben der örtlichen Behörden mussten bis Dienstag bereits zehntausende Menschen ihre Häuser verlassen. Mehr als 150 Gebäude wurden zerstört. Mindestens ein Mensch kam durch die Feuer ums Leben. Die Flammen erreichten nach Angaben des Feuerwehrchefs Mark Lorenzen den östlichen Stadtrand von Ventura. Die Stadt am Pazifischen Ozean hat rund 100.000 Einwohner. Mehr als 12.000 Gebäude sind bedroht.

Mehrere Tausend Feuerwehrleute, die aus dem gesamten Staatsgebiet anrückten, sind im Einsatz. Eine Beruhigung der Lage ist weiterhin nicht in Sicht: Der nationale Wetterdienst erwartet für Donnerstag "extrem kritisches" Wetter mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde in Teilen Südkaliforniens.

Die Feuerwehr wies bis Dienstag mehr als 27.000 Menschen an, ihre Häuser zu verlassen. Das bislang einzige registrierte Todesopfer kam laut Lorenzen auf der Flucht vor den Flammen ums Leben, als sein Wagen sich überschlug. Der Gouverneur des Bundesstaats Kalifornien, Jerry Brown, verhängte den Notstand.

Die Region leidet bereits seit Jahren unter einer Dürre. Nach Angaben des Feuerwehrchefs begünstigt das die rasante Ausbreitung der Flammen.

Kalifornien war dieses Jahr bereits von verheerenden Bränden heimgesucht worden. Im Oktober kamen bei Flächenbränden in den weiter nördlich gelegenen Weinanbaugebieten mehr als 40 Menschen ums Leben.