Zehntausende Basken demonstrieren für Verlegung von ETA-Häftlingen

Zehntausende Menschen haben am Samstag in Spanien und Frankreich für eine Verlegung von inhaftierten ETA-Mitgliedern ins Baskenland demonstriert. An einem Protestmarsch im nordspanischen Bilbao beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 65.000 Menschen. In Sprechchören forderten sie eine Verlegung aller Häftlinge ins Baskenland und eine Amnestie. Viele Demonstranten schwenkten die rot-weiß-grüne Fahne des Baskenlands.

Im französischen Bayonne gingen nach Angaben der Veranstalter rund 10.000 Menschen auf die Straße, die Polizei sprach von 7000 Demonstranten.

Die Kundgebungen richteten sich gegen die Aufteilung der inhaftierten ETA-Mitglieder auf dutzende Haftanstalten in Spanien. Derzeit sitzen nach Angaben von Angehörigen noch gut 200 Häftlinge in spanischen Gefängnissen. Mehr als zwei Drittel von ihnen sitzen demnach in Gefängnissen, die mehr als 500 Kilometer vom Baskenland entfernt sind.

Die Verlegung sämtlicher Häftlinge ins Baskenland war eine langjährige Hauptforderung der ETA. Die baskische Untergrundorganisation wird für den Tod von mehr als 800 Menschen während ihres bewaffneten Kampfes für ein unabhängiges Baskenland im Norden Spaniens und im Südwesten Frankreichs verantwortlich gemacht. Die ETA hatte 2011 das Ende ihres bewaffneten Kampfes verkündet. Im April 2017 gab die Organisation dann nach eigenen Angaben ihre Waffen vollständig ab, im Mai 2018 erklärte sie ihre endgültige Auflösung.