Zehnkämpfer Bechmann: "Das war schon alles abenteuerlich"

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Zehnkämpfer Bechmann: "Das war schon alles abenteuerlich"
Zehnkämpfer Bechmann: "Das war schon alles abenteuerlich"

Mit 21 Jahren ist Andreas Bechmann gut beschäftigt: Als Zehnkämpfer geht er in einer sehr trainingsintensiven Disziplin an den Start, als General-Management-Student an der accadis Hochschule in Bad Homburg plant er bald seinen Bachelor-Abschluss und steht zudem mit seinem Insure-Tech Start-up in den Startlöchern.

Das Corona-Jahr nutzte Bechmann, um auf allen Gebieten die nächsten Schritte zu gehen.

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"Da kam sogar einmal die Polizei und hat uns kontrolliert"

Andreas, mitten in der dritten Corona-Welle bist du bei Anfang März bei der Hallen-EM in Polen an den Start gegangen und Sechster im Siebenkampf geworden – hast dich dort allerdings auch mit Corona infiziert. Wie siehst du die Veranstaltung rückblickend?

Bechmann: Die Hallen-EM war ja eines der ersten internationalen Sportfeste in diesem Jahr überhaupt. Ich finde es nach wie vor gut, dass hier proaktiv überlegt wurde, wie man Sport stattfinden lassen kann. Das Hygienekonzept war mit häufigen Test und überall geltender Maskenpflicht – außer beim Aufwärmen – eigentlich sehr streng. Letztlich gab es aber doch in zwei Hotels größere Ausbrüche.

Davor gab es über ein Jahr überhaupt keine Wettkämpfe für Euch Mehrkämpfer. Wie hast du den Beginn der Pandemie erlebt?

Bechmann: Wir waren im Trainingslager in Südafrika und wurden mit einer der letzten Maschinen nach Deutschland ausgeflogen. Zuhause ging dann nichts mehr. Im Zehnkampf ist es ja nicht mit Waldläufen getan. Mit Speer und Diskus sind wir in den Park gegangen, da kam dann einmal sogar die Polizei und hat uns kontrolliert (lacht). Das war schon alles abenteuerlich. Aber als Sportler muss man manchmal kreativ werden.

"In einen 24-Stunden-Tag passt sehr viel rein"

Profitierst du von der Kreativität im Sport auch bei deiner dualen Karriere?

Bechmann: Absolut. Im Sport gerät man trotz aller Vorbereitung oft in unvorhersehbare Situationen, das ist als Gründer nicht anders. Zu wenig Geld, zu wenig Zeit, zu wenig Ressourcen, zu wenig Wissen, zu wenig Kontakte - da muss man lernen, kreativ zu werden und effektiv zu arbeiten. Als Sportler lernt man das unterbewusst. Aber der Sport ist anders als das Geschäftsleben, dort geht es nicht immer objektiv messerbar zu. Ein Start-up kann man zum Beispiel nicht "gewinnen". Da kommt es auf Transferwissen an.

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Wie kommst du mit der Mehrfachbelastung aus Uni, Leistungssport und Start-up zurecht?

Bechmann: Eine Privatuni ist natürlich teuer, aber das habe ich mir selbst ausgesucht, weil ich es für das richtige Investment in meine Karriere halte. Momentan finanziert mir der Sport das Studium. Als "Amateursportler" muss man gut haushalten und ist auf Unterstützer wie die Sporthilfe und das Deutsche Bank Sport-Stipendium angewiesen. Was das Zeitliche anbelangt: In einen 24-Stunden-Tag passt viel rein, wenn man es sich richtig aufteilt und effizient arbeitet.

"Es danach geschafft zu haben, das macht stolz"

Auch der Zehnkampf ist sehr zeitaufwendig. Was macht für dich den Reiz aus?

Bechmann: Ein Zehnkampf ist sehr anstrengend, körperlich und geistig, Es ist nicht so, dass ich mir währenddessen non-stop sage: Hey, das ist der geilste Sport der Welt. Man geht auch nicht durch einen Zehnkampf und hat keinerlei körperliche Probleme. Aber es danach geschafft zu haben, das macht stolz und gibt dir ein sehr gutes Gefühl. Zudem ist der Zusammenhalt, auch international, zwischen den Athleten ganz besonders, das gibt es nirgendwo sonst.

Die Olympischen Spiele in Tokio finden im Sommer noch ohne dich statt. Wie sehen deine sportlichen Ziele aus?

Bechmann: Es geht jetzt Schlag auf Schlag, 2022 ist die WM in den USA, die Heim-EM in München und dann ist es nur noch ein Jahr bis zu den Olympischen Spielen in Paris. Ich bin da relativ entspannt, mit 21 Jahren sollte mir die beste Zeit im Zehnkampf noch bevorstehen. (Alles Wichtige zu den Olympischen Spielen)

Steckbrief

Andreas Bechmann (* 28. September 1999 in Frankfurt am Main)
Sportart: Leichtathletik/Zehnkampf
Wohnort: Frankfurt am Main
Verein: Eintracht Frankfurt
Größte Erfolge: Hallen-EM-Fünfter 2019, Hallen-EM-Sechster 2021
Studium: General Management
Universität: accadis Hochschule Bad Homburg

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