Zehn Tote bei Angriff auf Polizeistation in Kaschmir-Region

Indischer Soldat in Pulwama

Im indischen Teil der Kaschmir-Region sind bei einem Angriff auf eine Polizeistation zehn Menschen getötet worden. Nach Polizeiangaben griffen am Samstag vermutlich drei Aufständische mit Sturmgewehren und Granaten das Polizeihauptquartier im Bezirk Pulwama an. Bei den Gefechten seien zwei der Angreifer sowie acht Angehörige der Sicherheitskräfte getötet worden. Der dritte Angreifer halte sich vermutlich noch auf dem Gelände auf.

Nach dem Angriff schränkten die Behörden den Internetzugang in der mehrheitlich von Muslimen bewohnten Region ein, um die Organisation von Protesten gegen die indischen Sicherheitskräfte zu erschweren. In den vergangenen Monaten hatten Dorfbewohner wiederholt indische Soldaten mit Steinwürfen attackiert. Auch nach dem Angriff auf die Polizeistation am Samstag kam es vereinzelt zu Protesten, die Polizei setzte Tränengas ein.

In der im Himalaya gelegenen Krisenregion gibt es seit Monaten wieder starke Spannungen. Seit Jahresbeginn wurden mindestens 136 Aufständische von indischen Sicherheitskräften getötet. Anfang des Monats gaben die Behörden die Tötung eines führenden Rebellenkommandeurs der muslimischen Gruppierung Lashkar-e-Taiba bekannt.

Die Kaschmir-Region ist seit einem Krieg 1947 zwischen den beiden Atommächten Indien und Pakistan geteilt, wird aber bis heute von beiden Staaten zur Gänze beansprucht. Seit 1989 kämpfen mehrere muslimische Rebellengruppen teils für die Unabhängigkeit Kaschmirs, teils für den Anschluss der Region an Pakistan.